Teil eines Werkes 
4. Band, Der Invalide : historische romantische Bilder unserer Zeit : 4. Theil (1838)
Entstehung
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zu beherbergen, als Fontainebleau. Bizarres Schickſal! ich dachte nur auf dem Schlachtfelde, den Szepter in der Hand, zu ſterben. Hier erinnerte ſich der Kaiſer einer früheren Zeit, und ſetzte mit bitterm Lächeln hinzu:Du haſt es mir freilich vorausgeſagt, alter Prophet. Mich dünkt, ich höre Dich noch neben dem dampfenden Keſſel Deine Weiſſagung ſprechen, gleich den Hexen des Shakespeare. Wie ſteht es jetzt mit Deinem zweiten Geſicht, alter Schnurrbart?

Recht ſchlecht, Sire. Wie meine leiblichen Augen ab⸗ nahmen, ſo verloſch auch die Gabe der Weiſſagung. Ich danke Gott dafür. Der ſeltſame Umſtand, daß die meiſten meiner Prophezeihungen eintrafen, hat mir das Leben ſehr verbittert. Möge dieſe leidige Kunſt nicht mehr in mir er⸗ wachen! Ich müßte verzweifeln, wenn ich in den Tagen mei⸗ nes Sohnes den lauernden Tod entdeckte.

Nein, mein alter Freund, das Leben ſollſt Du darin finden, neues Leben für Dich! rief der Kaiſer, von einer ſchönen Bewegung hingeriſſen, und ſchleuderte den eintre⸗ tenden Victorin, aller Etikette zum Trotz, in die Arme des Vaters, dem rührenden Schauſpiele mit Wonne zuſehend. Sans⸗Regret's Freude war wie die eines Kindes, und Va⸗ ter und Sohn ſchienen ihre Rollen vertauſcht zu haben. Herzlich, aber beſonnen ſprach ſich die Empfindung des Soh⸗ nes aus, während das Alter, das ſich ſelbſt ſchon überlebte, unbeſonnen, heftig, mit naiver Schmeichelei und ammenhaf⸗ ter Zärtlichkeit ſeinen Jubel verkündete. Der Kaiſer ver⸗ gönnte dieſem Schauſpiel einige Minuten, dann aber trat er zwiſchen Beide, und ſagte zu Victorin mit kurzem, bar⸗ ſchem Kommandotone:Hier ſtebt Ihr Vater, junger Mann. Das Grab iſt ihm nahe, und er wünſcht an Ihrer Hand hineinzugleiten. Daher werden Sie auf dem Continent zu⸗ rückbleiben, dieſe weißen Haare ehren, und wenn es Ih⸗ nen auch ſchwer fiele mich zu verlaſſen, ſich damit tröſten,