floß auf mich hin, und ich ſchwacher alter Menſch konnte nur heulen und jammmern, aber nicht helfen.— Als indeſſen die Maſſaere vorüber, zogen mich ein Paar mitleidige Fuhr⸗ knechte zum Leben empor, und Langeron, der unter der ruſſiſchen Uniform dennoch ein franzöſiſches Herz trägt, ließ mich gehen, wohin ich wollte. Mein alter Oberſt Dammar⸗ tin fand mich ſo zu ſagen auf der Straße, und führte mich in ſein Haus. Lebte mir nicht ein Sohn, und Dammartin, der wackere Freund, ich hätte nicht gewünſcht, jenen ſchreck⸗ lichen Tag zu überſtehen.“
Der Kaiſer ſah lange finſter vor ſich hin und murmelte, indem er ſeine Uniform haſtig öffnete:„So viele wackere Leute, die um meinetwillen ihr Blut vergoſſen haben! Frei⸗ lich war jener Tag ein verhängnißvoller, ſchrecklicher! Der Schritt des Feindes über den Montmartre ging zugleich über meinen Körper, über den Leib des geſtürzten Feindes. Sie bedienen ſich ihres Rechtes übermüthig, die Stärkeren. Ich babe ihnen ihre Throne, ihre Hauptſtädte, ihre Reiche wie⸗ der gegeben. Mich vernichten ſie dagegen mit einem Streiche, rauben meinem unſchuldigen Kinde ſeine Kronen und ſeine Rechte, und rufeg eine dem Franzoſen fremdgewordene un⸗ populäre Dynaſtie herbei. Und ich, ich muß' all dieſe Gräuel mit anſehen, unthätig in dieſes Schloß gebannt, welches von dem Sturz ſo mancher Größe ein ſtiller Zeuge war! Biron fiel hier in's Elend, Richelieu kam ſterbend hier an, die Wittwe Karls I. wohnte hier, der letzte Stuart auf dem Throne Englands lebte hier im Exil, Monaldeschi, der Günſtling des Glücks und Chriſtinens, fand hier einen ſchau⸗ dervollen Tod. Wahrhaftig, mein Alter, kein Platz in Frankreich wäre würdiger geweſen, mich in dieſen Stunden


