Teil eines Werkes 
4. Band, Der Invalide : historische romantische Bilder unserer Zeit : 4. Theil (1838)
Entstehung
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Victorin erblaßte. Der Oberſt fuhr fort:Komm auch Du nach der Hauptſtadt, mein lieber, junger Freund. Dein Vater ruft Dich, und nicht weniger die Sorge für Deine Zukunft. Es iſt zu denken, daß derjenige das beſte Lvos ziehen wird, der ſich am erſten zum Dienſt einer neuen Re⸗ gierung meldet. Mache Deine Sache hier ab, und folge mir morgen nach der Hauptſtadt. Was ich vermag, was meine Freunde zu thun im Stande ſind, ſoll bei dem Fürſten von Benevent geſchehen, um Dir ein ſorgenfreies Geſchick zu bereiten, ſorgenfrei und ehrenvoll in der militäriſchen Lauf⸗ bahn.

Da ſchüttelte der junge Dieudonné mit verächtlicher Miene den Kopf und antwortete:Mein Schickſal liegt nur in des Kaiſers Hand. Nur Ihm will ich es verdanken. Er hat ſich mir im Kriegsſturm als Vater bewieſen und ich gehe nicht von Ihm, ſo lange er nur noch einen Mann unter ſeinen Befehlen hat. Sagen Sie dieſes meinem Vater, mein lieber Oberſt. Es giebt Verpflichtungen, die ſelbſt eine Thronentſagung nicht aufzuheben vermag. Wenn er mich nicht ſelbſt davon jagt, ſo weiche ich nie von meinem Kaiſer.

Mit dieſem Beſcheide entließ er den Oberſt, der ſich mißmuthig in ſeine Kaleſche warf, um nach Paris zurückzu⸗ kehren. 5

Es waren kaum acht Tage verfloſſen. Die Garden des Kaiſers zogen gerade von einer Parade ab, welcher Napo⸗ leon nicht beigewohnt hatte. Die Soldaten, ſowohl Offi⸗ ziere als Gemeine, ſprachen mit banger Ahnung von dem beunruhigenden Gerüchte, das ſich verbreitet hatte. Die