Teil eines Werkes 
4. Band, Der Invalide : historische romantische Bilder unserer Zeit : 4. Theil (1838)
Entstehung
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Geben Sie nach, Sire! riefen beinahe einſtimmig die übrigen Marſchälle, als ſie mit Schaudern ſahen, wie der Groll in Ney's Blicken aufblitzte, und der Kaiſer nur müh⸗ ſam den unbändigen Zorn bemeiſterte, welcher ſeine Bruſt erfüllte. Napoleon aber entgegnete mit erſtickter Stimme: Unerhörte Beleidigung! iſt dieſes die Sprache meiner Freunde, meiner Waffenbrüder, meiner Unterthanen?

Freilich ſind nur wir Deine einzigen Freunde noch; rief Ney mit polternder Derbheit:wir haben unſer Blut für Dich geopfert, wir haben für Dich gewacht, als Du ſchliefſt, wir geben Dir in der letzten Stunde noch den letzten guten Rath. Magſt Du unſere Dienſte verkennen? Haben nicht mehrere aus der Mitte Deiner Marſchälle ihre blinde Anhänglichkeit an Dich mit dem Tode beſiegelt? Haben wir nicht erſt vor wenigen Tagen einem zehnmal ſtärkeren Feinde gegenüber dem Tode in Deinen Schlachten getrotzt? Iſt es unſere Schuld, daß Dein Wahnſinn ganz Europa über unſer Vaterland herwarf, eine Laſt, die uns zu erdrücken droht? Aber Dein Ohr iſt verwöhnt durch die Schmeichelei Deiner Höflinge; man hat Dir ſo lange blind gehorcht, daß Du nicht mehr von der Möglichkeit träumſt. daß dieſer Zuſtand aufhöre. Und dennoch iſt ſie aus, Deine kaiſerliche Komödie. Der geborgte Purpurmantel wird von Deinen Schultern geriſſen, wenn Du nicht vorziehſt, ihn anſtändig ſelbſt abzulegen. Höre unſere Worte, ſtatt uns an Deine Wohlthaten zu erinnern, und an Deine zweifel⸗ hafte Gunſt, die wir mit unſäglicher Arbeit verdient; höre unſere Worte und nenne uns nicht mehr Deine Unterthanen. Wir waren Deinesgleichen und ſind es in dieſem Augenblicke wieder. Mit unſern Degen haben wir die Krone auf Dein