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und tief. Der Kaiſer ſchwieg vorerſt, wie vor Beſtürzung, ſein Angeſicht wurde blaß, und ein düſteres Gewitter ſtieg in ſeinen Augen auf. Er muſterte einen Moment die Geſichter der umherſtehenden Marſchälle, und begegnete auf denſelben nicht minder der Beſtürzung, die er ſelbſt empfand. Obgleich die Feldherren des Eroberers unter ſich den Gegen⸗ ſtand dieſes verhängnißvollen Beſuchs beſprochen, ſo erſchüt⸗ terte doch einen jeden die von Ney in Worte gekleidete Forderung. Wie gewichtig dann und wann das Joch der kaiſerlichen Herrſchaft auf ihren ſtolzen Nacken gelaſtet haben mochte,— dennoch entſetzten ſie ſich ſchweigend vor der Kühnheit, womit der Fürſt von der Moskowa dieſe Herr⸗ ſchaft zu zertrümmern begehrte.— Der Kaiſer errieth dieſe Empfindung; ſie machte ihm Muth. Mit der Haltung des Gebieters trat er auf Ney zu, und ſagte ihm ſtolz:„Du wagſt es, mit den Feinden des Vaterlandes eine Sprache zu führen? Du ſchämſt Dich nicht, in die Fußtapfen Marmont's zu treten? Kennſt Du die Strafe eines Hochverräthers? Du wirſt ihr nicht entlaufen. Noch hat das Unglück meinen Arm nicht gebeugt; die Kraft von ganz Frankreich ruht darinnen“
Auf dieſe barſche Anrede fand Ney ſeiner Seits den militäriſchen Trotz, der ſich ſo häufig in ihm kund gab, und er erwiederte mit rauher Geberde:„Du irrſt, Bongparte. Frankreich liegt außer Dir, ſeitdem Du aufhörteſt, für deſſen Glück zu handeln. Du verzehrteſt das Vaterland in unerſättlicher Selbſtſucht. Du brachteſt Deinem Ehrgeize die theuerſten Opfer, bringe endlich eines für Frankreich. Unſinniger! reiße wenigſtens Dein Kind nicht mit Dir ins Verderben. Wenn Du dieſe Stunde verſäumſt, ſo iſt es vielleicht auf ewig zu ſpät.“


