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verſuchte ich als guter Engel dort einzutreten. Ich habe mir das Vertrauen Ihrer Gattin erkämpft. Ich war ſo glücklich, ſie zu überzeugen, daß Verleumdung, Eiferſucht und körperliche Krankheit ſie nicht berechtigen, an der Liebe ihres Gatten zu zweifeln und dieſelbe mit Undank zu ver⸗ gelten. Mit einem Wort: ich habe ſie beſiegt, und erwarte ſie morgen in dieſer Stadt, um die Reuige in Ihre Arme zurückzuführen.“
Victor hatte mit allen Zeichen der höchſten Verwunderung der dahin ſtrömenden Rede des Fräuleins zugehört. Weit entfernt, an ihrer Aufrichtigkeit zu zweifeln, zog ihn die Gewalt des Augenblicks, der ſeinen trunkenen Sinnen plötz⸗ lich die Ausſicht in eine ſonnenhelle Zukunft eröffnete, zu Emiliens Füßen nieder. Das Fräulein erſchrack, entzog ſich dieſen ſtürmiſchen Dankeszeichen, winkte dem Oberſten ſich zu erheben, und ſprach gerührt, wie mit Engelslauten: „Dieſe Bewegung, mein Freund⸗ ſo wenig ſie auch für unſer jetziges Verhältniß ſich ſchickt, iſt mir doch ein koſtbarer Bürge für die Liebe, womit Sie Adele empfangen werden. Ich baute zwar darauf, mich auf Ihr Herz verlaſſend, und habe der ängſtlichen Adele, die ſich einiger Schuld gegen Sie bewußt iſt, mein Wort darauf gegeben, daß Verzeihung ihr nicht entgehen würde. Aber gut war es, daß der Zufal uns heute ſchon vereinte, damit mir die Ungewißheit nicht den Schlaf raube, und ich in voller Heiterkeit die Freundin morgen bewillkommne. Ich danke Ihnen im Voraus, Herr von Dammartin. Wir wollen uns jetzt trennen. Morgen gegen Mittag hoffe ich, wenn Sie dieſes Haus wieder be⸗ ſuchen wollen, Ihnen die zärtlich geliebte Gattin zuzuführen. Gute Nacht, mein Freund.“


