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Erlaubniß, der Dame in ihrer Chriſtenpflicht zu helfen, bot dem Kammermädchen ſeinen Arm, und half die arme Verletzte nach ihrer Wohnung führen. Unter der Hausthüre erſuchte ihn die Dame, einen Augenblick bei ihr einzutreten, und zu ruhen. Victor folgte der Einladung, von der Stimme der Unbekannten ſeltſam angeregt, und die Ahnung, welche in ſeinem Herzen aufſtieg, verwirklichte ſich, als nach einigen Minuten die Gebieterin, nachdem ſie ihre Kranke beſorgt, zu ihm in das Zimmer trat. Victor fuhr von ſeinem Stuhl auf, ſtand faſt leblos dann vor der Dame, und tonlos lispelte ſein Mund:„Emilie!“
Das Fräulein von Sombreuil— die Trauernde war es wirklich— theilte die Ueberraſchung des Oberſten. Sie faltete die Hände, und ſprach mit zitternder Stimme:„Herr von Dammartin.... vergeben Sie meiner Erſchütterung; ich durfte nicht erwarten, Sie hier, in meiner Wohnung zu ſehen.“
Victor ſeufzte tief auf, und entgegnete bekümmert: „Meine Gegenwart muß Ihnen peinlich ſeyn. Geſtatten Sie, daß ich mich entferne.“
Die Sombreuil ſchüttelte den Kopf, ergriff Victors Hand, führte ihn zu ſeinem Stuhl zurück, und ſetzte ſich ihm gegen⸗ über. Ihr Auge ſchien von einer Thräne zu glänzen, aber ihr ſehr blaſſes Geſicht zeigte keine Spur von Bewegung. Nach einer Pauſe, ohne Zweifel der Erinnerung geweiht, begann ſie langſam:„Wir haben uns ſehr lange nicht ge⸗ ſehen, Herr von Dammartin. Ihr letztes Erſcheinen an meiner Seite, in den Sälen von Verſailles, lebt in meinem Gedächtniß fort, wie das Andenken eines Traumes. Es iſt manches Jahr ſeitdem über unſer Haupt hingeſtrichen, aber


