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ſich der Kaiſer bereits in voller Uniform befand, beſchäftigt, den Teleſcop zu richten, der ihm die Fernſicht über's Meer bis nach Dover gewährte. Der Himmel war rein, und die Sonne ſendete bereits ihre erſten goldenen Strahlen über den Rand des Meeres und der Geſtade herauf, die weißen Küſten von England wie mit zauberiſchem Lichte erhellend. Das Geſicht des Kaiſers ward um deſto düſterer, als ſich der Herrſcher nach Victor umdrehte.—„Was wollen Sie?“ fuhr er den Offizier an.—„Ihre Befehle erwarten, Sire?“ verſetzte Viector gefaßt und ruhig.—
Der Kaiſer runzelte die Stirne noch mehr, ging heftig von dem Fernrohr weg, ſchlug die Hände auf dem Rücken zuſammen, trat dicht vor den Adjutanten hin, ſah ihm eine Minute lang ſtarr in's Geſicht, und ſagte hierauf mit dem vernichtenden Accent, den der Mächtigſte im Heere fürchtete wie der Geringſte:„Ich bedarf Ihrer Dienſte nicht mehr; nie mehr. Verſtehen Sie mich? Sie hören von dieſem Augenblicke auf, mein Adjutant zu ſeyn. Gehen Sie.“
Victor konnte kaum ſeiner Beſtürzung Herr werden, und fand nur mit Mühe die Sprache, um den zürnenden Gebie⸗ ter beſcheiden zu fragen, womit er ſo viele Ungnade verdient.
Der Kaiſer, in ſeiner angenommenen Stellung verhar⸗
rend, verſetzte:„Sie fragen noch? ſoll ich bei Ihnen den
Inſtructonsrichter vorſtellen? wenn ich übler Laune wäre, ſo möchte Ihnen dieſe Frage theuer zu ſtehen kommen. Es iſt abſcheulich. Ich werde Niemanden mehr einen Dienſt, eine Wohlthat erweiſen. Undank iſt ſtets der Lohn der Gnade.“— Der Kaiſer ſchwieg nun eine Weile lang, drehte ſich gegen das Fenſter, ſchritt dann an den Tiſch, nahm von demſelben ein Papier, überflog es mit den Augen, und ſagte


