„ 11²
ſein Urlaub heute ablaufe, und er daher um jeden Preis zurück ſeyn müſſe.—“
„Großer Gott! Alles denn vergebens?“ murmelte Sans⸗ Regret erſchüttert vor ſich hin.— Die Wärterin fuhr fort: „Die arme Frau hörte die Nachricht mit einer bewunderungs⸗ würdigen Faſſung an, faltete die Hände, und ſagte wie eine verklärte Heilige zu mir:„Nun wohl, Babet. Gott hat mir das liebe Kind gegeben, und er hat es auch nun wie⸗ der genommen. Ich murre nicht gegen ſeine Fügungen!““— Als ich nun anfing zu weinen, weil mir wieder heiß einfiel, daß meine ſtrafbare Nachläſſigkeit im Dienſt die Urſache dieſes Elends geweſen, ſo tröſtete ſie mich obendrein, ſtatt mir Vorwürfe zu machen, indem ſie ſprach:„„Quäle Dich nicht, gute Babet. Der Himmel hat ſich Deiner nur als eines Werkzeugs bedient, um mich wegen meiner verletzten
Gattenpflicht zu beſtrafsh. O, erinnere Dich, wenn Du je⸗ mals Dich verheiratheſt, daß die Pflichten eines Weibes ge⸗ gen die Ihrigen nicht verletzt werden können, ohne die himm⸗ liſche Gerechtigkeit gegen die Verbrecherin zu bewaffnen. Ich unglückliche! ich wollte mein Haus, meinen Gatten verlaſſen, und gab eben dadurch dem Verhängniß die Waffen in die Hände! mein armes Kind! mein unglücklicher verkannter Gatte!““— Ich begreife zwar von allen dieſen Dingen nichts, wie auch nicht, was von der Flucht, oder beſſer, von dem räthſelhaften Verſchwinden der St. Alban, zu halten ſey, die alle ihre Effekten zurück ließ, und dabei nicht eine einzige Zeile, welche ihre ſchnelle Abreiſe hätte erklären können; aber mir wird ewig dieſe Begebenheit ein Stachel in der Seele ſeyn, und ich werde gewiß nicht in dieſem
——————
—


