Teil eines Werkes 
4. Band, Der Invalide : historische romantische Bilder unserer Zeit : 3. Theil (1838)
Entstehung
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Kinde. Der Herr machte ſich in finſterer Nacht auf, und ſtreifte mit ſeinem Louis, weiß Gott wo, überall herum, ohne das Kind, noch die Entführerin zu finden. Endlich am Morgen erzählte mir der Bediente, daß der Herr erfahren habe, daß die nichtswürdige St. Alban aller Wahrſcheinlich⸗ keit nach durch die Barrier d'Enfer nach Orleans gereist ſey, und daß er ihnen nun nachſetzen wolle. Bis aber nun der Herr ſeinen Urlaub vom Konſul erhielt, und alles in Bereitſchaft war, verging beinahe der ganze Vormittag. Endlich nach einer langen Unterredung, die unſer Herr mit ſeiner Frau hatte, als ſie gerade etwas ruhiger war, in deren Folge ich auch befragt wurde, wegen des Pakets, das der Gensd'arme an jenem verhängnißvollen Abend ge⸗ bracht hatte, reiste Herr Dammartin ab. Madame hatte ſehr viel in jener Unterredung geweint, und ihr Schluchzen war bis zu mir in das Vorzimmer gedrungen. Nach der Abreiſe des Herrn wurde ſie auf's Neue ſehr fieberkrank, und phantaſirte beinahe ununterbrochen fort bis auf den ge⸗ ſtrigen Tag. Der Arzt iſt täglich drei⸗ bis viermal gekom⸗ men, und hat immer die Achſeln gezuckt. Geſtern wurde ſie mit einemmale ruhiger, und lag ſtill wie ein Marmorbild. Während der Nacht hat ſich, wie es ſcheint, ihre Krankheit gebrochen, und ſie iſt jetzt gerade wie ein Engel anzuſchauen. Sie iſt ſo mild, ſo geduldig, wie ſie noch nie geweſen, und ich habe es gewagt, ihr einen Brief vorzuleſen, den Herr Dammartin mir zu ſchreiben ſo gütig war, und welchen ich geſtern erhielt. Er meldet mir darin, daß er,obgleich viel zu ſpät kommend, dennoch die Spur unſers lieben Kindes aufgefun⸗ den, aber dieſelbe unweit von der ſpaniſchen Gränze ver⸗ loren. Er wiſſe ferner keinen Rath; um ſo weniger als