Teil eines Werkes 
4. Band, Der Invalide : historische romantische Bilder unserer Zeit : 3. Theil (1838)
Entstehung
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Nun entſtand ein tiefes Stillſchweigen, wobei den Zu⸗ ſchauern unheimlich um das Herz wurde, weil ſie begriffen, daß des Invaliden Ahnung ihn leider nicht getäuſcht, und beide, Vater und Sohn, ſich ſcheuten, die ſchauerliche Saite anzuſchlagen.

Sonſt nichts Neues? begann endlich Sans⸗Regret kaum hörbar.

Nichts, als daß unſer ehemaliger gnädiger Herr auch ſeinen Tod gefunden hat. Die Blauen haben ihn erſchoſſen. Ueberhaupt iſt die Sterblichkeit ſehr groß in unſerer Pro⸗ vinz Departement wollt' ich ſagen. Na, was thuts? in Paris hat es noch mehr Köpfe gekoſtet. Gut, daß Du da⸗ von kamſt. Ich habe für den Herrn Doctor, Bürger wollt' ich ſagen, Geld mitgebracht, um ihm ſeine Rechnung zu bezahlen. Alsdann, Schwiegerſohn, wollen wir uns auf den Poſtwagen ſetzen, und nach St. Colombe fahren. Ei beim Wetter! Du weißt nicht, daß unſer Dorf einen neuen RNamen bekommen hat? es gibt ja keine Heiligen mehr, und ſo hat man denn unſere Heimath anders getauft. Ach, was ſage ich denn? Es gibt ja auch keine Taufe mehr. Wahr⸗ haftig, wir gute Bauern aus der Bretagne wiſſen noch nicht, wie man in Frankreich jetzt reden ſoll. Ich bin unterwegs vierundzwanzig Stunden lang in Arreſt gefeſſen, weil ich zu einem reputirlichen MenſchenMonſieur ſagte, und nichtBürger. Haſt Du ſchon eingepackt?

Ja wohl; aber beim Licht beſehen ſo iſt es beſſer, wenn ich nicht mehr nach unſerm Dorf zurückgehe.

Wie Du meinſt; entgegnete nach langer Pauſe der Alte, die Augen ſtarr auf den Boden geheftet. Der Inva⸗ lide fuhr ſtockend und zögernd ſort: