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Die Klingel des Hauſes wurde gezogen, und des Doc⸗ tors Bedienter meldete die Ankunft eines Landmanns, der weit herzukommen den Anſchein habe, und nach ſeinem Schwiegerſohn Dieudonné frage.— Der Doctor und Victor ſahen ſich bedeutend an, und dann mit etwas Grauen auf den Invaliden, deſſen Mund ſchmerzlich lächelte, während ſein bleiches Geſicht beinahe die hippokratiſchen Züge an⸗ nahm. Seine Bruſt ſchien einen fürchterlichen Sturm durch⸗ zumachen, doch trat eine unerklärliche Ruhe an die Stelle deſſelben, bevor noch Suzon's Vater in die Stube kam. Der Schwiegerſohn ging dem Alten freundlich und gefaßt entgegen, drückte ihm die Hand, und ſagte ihm mit ſanftem Ton:„Wir haben uns lange nicht geſehen, Vater.“
Der Pächter ſtieß einen Seufzer aus, und erwiederte trocken:„Es wäre auch in zehn Jahren noch Zeit geweſen, wie doch jetzt einmal in St. Colombe die Sachen ſtehen.“
„Was macht mein Sohn, der kleine Victor?“ fragte der Invalide kleinlaut.
Mit derſelben Bretagner-Kälte, wie oben, verſetzte der Pächter:„Ei, der Kleine iſt recht wohl auf, und läßt ſich Marzellinens Milch herrlich ſchmecken. Du kennſt die Frau des Wagners bei der Kirche. Wir haben ſie als Amme zu dem Kind thun müſſen.“
„Und die Schwiegermutter?“ fuhr Sans⸗Regret nach einem kleinen Stillſchweigen fort:„Iſt ſie wohlauf?“
Der Bauer antwortete phlegmatiſch:„Als ich den Brief dieſes Herrn erhielt— dieſes Bürgers, wollt' ich ſagen— und von Hauſe wegging, hatte meine Alte die Gicht. Es iſt kein Wunder, weil jetzt das Hausweſen ganz auf ihr liegt.“
„So2“


