Teil eines Werkes 
4. Band, Der Invalide : historische romantische Bilder unserer Zeit : 3. Theil (1838)
Entstehung
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ich auch daheim bleiben, als ich erfuhr, wie man Dich hin⸗ weggeſchleppt, in welchen Gefahren Du ſeyeſt! voll von Angſt lief ich in der Nacht fort, während Frau und Kind ſchlief, und kam nach Mans, um daſelbſt arretirt zu werden, weil ich keinen Paß hatte. Man hätte mir beinahe gethan, wie dem guten armen Grognon, den man zwei Tage nach meiner Ankunft als einen Spion erſchoß.

Victor konnte ſich einer raſchen Bewegung des Entſetzens nicht erwehren. Der Invalide fuhr gleichgültig fort:Das geſchah mir zwar nicht, aber dennoch ſaß ich manche Woche, bis man mich endlich frei ließ. Statt aber nach meiner Gemeinde mich zu begeben, die mich reklamirt hatte, und zu Suzon, die mich erwartete, lief ich nach Paris, und das nebrige weißt Du. Ich bin weit über ein Jahr vom Hauſe weg, und gewiß hat Suzon das Herzeleid nicht überlebt. Meine Ahnungen trügen mich nicht.

Der Arzt ſuchte ihm dieſe Meinung mit Heftigkeit aus⸗ zureden; Sans⸗Regret verſetzte jedoch nur, ſehr beruhigt: Du kennſt mich nicht, Doctor. Mein Kapitän wird mir aber das Zeugniß geben, daß ich recht und genau rathe. Denke an Mirabeau's Schmaus vom fünften Oktober 1789. Das Geſicht iſt vollkommen in Erfüllung gegangen. Das letzte Haupt, das letzte Opfer, iſt am zehnten Thermidor gefallen: der Kopf des St. Juſt. Und wir leben noch, Kapitän! Darum laß uns nicht von einander gehen. Sieh: ich wäre ja ganz verwais't, und meine Beſtimmung wäre verfehlt, denn von nun an kann und will ich nur für Dich leben, bis mein Sohn herangewachſen iſt, der alsdann meine Stelle vertreten, und Dir einſt die Augen zudrücken wird, wie ich Fnm Vater gethan, und wie ich es von Dir erwarte.

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