Teil eines Werkes 
4. Band, Der Invalide : historische romantische Bilder unserer Zeit : 3. Theil (1838)
Entstehung
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von vorhin in Euerer Seele erweckt hat, wird meiner Bitte ein gewichtiges Wort reden, wenn auch nicht die Umſtände, die den wackern Mann wahnſinnig gemacht haben, ſo wun⸗ derbar wären, als ſie ſind. Ein armer Landmann, kömmt er hieher, um einen Freund zu beſuchen, der unſchuldig im Gefängniß liegt. Wie erſchrickt er, da er hört, daß dieſer Freund bereits zum Tode verurtheilt iſt, und nur noch eine Stunde zu leben hat. Es war am neunten Thermidor. Er fliegt nach der Conciergerie, findet Mittel hinein zu dringen, und entdeckt ſeinen Freund, unbekümmert und un⸗ bemerkt in irgend einem Winkel eingeſchlafen, während deſſen Todesgefährten ſich ſchon zum letzten Gang rüſten. Er hat nichts Eiligeres zu thun, als beim Verleſen des Namens ſeines Freundes hervorzutreten, und ſich edelmüthig für ihn auszugeben.

Was der Wahnſinn doch nicht alles thut; bemerkte Einer der Umherſtehenden.

Ja ja; da war es ſchon nicht mehr richtig mit ihm; fügte ein Anderer hinzu.

Der Doctor fuhr fort:Schon ſaß er auf dem Karren, ſchon ſtand derſelbe auf dem Platz der Baſtille, als das Volk, wie Euch bekannt, mit der Wache Händel anfing⸗ Der Verdammte Henriot kam dazu ünd vereitelte das gute Vorhaben, jedoch hatte ſich mein Mann während des Zankes frei zu machen gewußt, und war einige Gaſſen entlang ge⸗ ſprungen. Da fand ihn der Commiſſionair Thomas. Er war außer ſich, wie vom Schlag gerührt, und hatte nicht einen einzigen geſunden Begriff mehr im Kopfe. Wie denn nun Thomas ein guter Burſche iſt, ſo brachte er ihn zu mir, und ich darf mich rühmen, daß ich ihn vollkommen hergeſtellt