Teil eines Werkes 
4. Band, Der Invalide : historische romantische Bilder unserer Zeit : 3. Theil (1838)
Entstehung
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1 als dann und wann ein Beſuch bei der allzureizenden Adele. Freund! ich fühle, daß dieſes Mädchen meinem Herzen ſehr gefährlich werden muß; und dennoch könnte ich mich nicht entſchließen, ſie durch eine Werbung in Unruhe zu verſetzen, noch viel weniger ſie an das Geſchick eines Unglücklichen zu ketten, deſſen böſer Stern alle diejenigen in's Verderben riß, die Theil an ihm genommen. Wahrhaftig! mir graut, wenn ich der Vergangenheit einen Blick ſchenke. Meine fürſtlichen Wohlthäter in das Elend gejagt, die Gräfin D'Espremenil auf dem Schaffot verblutet, das Fräulein von Sombreuil im tiefſten Schmerze dahinſchmachtend auf den Gräbern ihres Bruders und ihres Vaters, den ihre unend⸗ liche Kindesliebe nur aus der Todesgefahr befreite, um den Tyrannen Gelegenheit zu geben, ihn ſpäter deſto ſicherer zu treffen! Dieſen Morgen, noch im Traume, ſah ich erſt wieder die Unglückliche, gehüllt in ſchlep⸗ pende Trauergewänder, mit lilienblaſſem Angeſicht und dunkel ſtarrenden Augen, aus denen einſt Fröhlichkeit und Muth leuchtete, während jetzt grollender Schmerz ſich darinnen barg. Warum mußte ſogar im Traumbild mein Anblick die Aermſte erſchrecken? O, ſie hat mir nicht vergeben! dieſe ſtarke Seele, welche feſt an den Vorurthei⸗ len ihrer Jugend hängt, wird nie aufhören, den zu haſſen, den ſie für einen Ueberläufer hält. Ich habe ſie mit allem Feuer der Leidenſchaft geliebt; ich darf ſagen, daß ich ſie noch nicht vergeſſen; aber nimmer kann eine Vereinigung zwiſchen dieſen feindlichen Elementen ſtatt finden. Als Jünger der Freiheit ſehne ich mich nach einem Weibe, welches eben⸗ falls und unerſchütterlich die heilige Sache verehrt. Dieſes Weib wäre Adele Montchoiſy. So ſehr ihre Muhme dem