Teil eines Werkes 
4. Band, Der Invalide : historische romantische Bilder unserer Zeit : 3. Theil (1838)
Entstehung
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Schreckenszeit vorüber, ſo macht man immer noch mit einem Vendeer kurzen Prozeß.

Vergebene Mühe, vergebene Maske! rief Victor;Die königlichen Anführer haben mit der Republik Friede gemacht,

und Du kannſt Deine Amneſtiekarte eben ſo gut erhalten,

wie jeder Andere. Benütze den Augenblick, denn wandelbar iſt das Geſchick der Völker. Die Republik ſiegt durch ihre Mäßigung, wo früher ihr Schwert erlahmte. Die neue Ordnung hat Wurzel gefaßt, und während der junge, von unzähligem Blute gedüngte Baum der Freiheit auf unſerm Boden aufblüht, welken die letzten Reſte des ehemaligen Regentenſtammes unwiderruflich dahin. Laß die Lilien fah⸗ ren, mein Freund, und widme Deine Kraft dem neuen Va⸗ terlande.

Dumvutier entgegnete kleinlaut:Ich wollte gerne; aber was habe ich bisher auf dieſem freien Boden ge⸗ funden? wie lange iſt's, daß noch die Schaffotte aufrecht ſtanden, denen wir nur durch den wunderbarſten Zufall ent⸗ gingen? Man hatte vergeſſen, mich vorzuladen; man ver⸗ gaß, Dich zum Tode zu führen. Der Taumel des Bluts hatte damals die Menſchen verrückt gemacht. Eben ſo leicht⸗ finnig geſchah nachher unſere Freilaſſung, weil den neuen Machthabern daran gelegen war, durch ſcheinbare Milde die Herzen des Volks für ſich zu gewinnen, obgleich ihre Hände nicht minder vom Blut geröthet ſind, wie die des Robespierre und ſeines Gelichters. Man kümmerte ſich we⸗ nig darum, ob ich wirklich Renaud hieß, wie ich behauptete, oder Dumoutier, wie mein Prozeß es haben wollte, ob ich für oder gegen die Vendeer geſtritten, ob ich Marceau's Geliebte eskortirt oder ein anderer; man ſtieß mich aus dem

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