Teil eines Werkes 
4. Band, Der Invalide : historische romantische Bilder unserer Zeit : 2. Theil (1838)
Entstehung
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lehnten ſie umher. Faſſung ſprach aus allen ihren Zügenz ſogar der ſechszehnjährige Knabe ſchien zum muthigſten Mann gereift. Alle dieſe Schlachtopfer waren nur mit ſich ſelbſt beſchäftigt, und achteten kaum der vielen Leute, die zwiſchen ihnen hindurch gingen, gleichgültig, als ob ſie ſich zu einer gewöhnlichen Tagesverrichtung vorbereiteten. Hier verließ der Kommiſſivnär den Invaliden, und bedeutete ihm, er könne nun warten, bis der ganze Zug ſich in Marſch ſetze, und in deſſen Gefolge dem Kerker den Rücken kehren.

Noch hatte Sans⸗Regret den Freund nicht gefunden. Sein Geſicht wurde nicht unter den Uebrigen ſichtbar, und ſchon trat die Horde der Gerichtsdiener, Gensd'armen und Hen⸗ ker herein, und Victor war nicht zugegen. Unmöglich iſt es, die Empfindungen zu beſchreiben, die ſich in des Invaliden Bruſt und Gehirn kreuzten; aber noch unmög⸗ licher, ſein Entſetzen zu ſchildern, als er, dem eintretenden Grabgeleite ausweichend, hinter einem Pfeiler des Gewöl⸗ bes, in einer dunkeln Ecke, ſeinen Victor erblickte, der, auf den Boden ausgeſtreckt, ruhig ſchlummerte, um ſich vorzubereiten auf den ewigen Schlaf. Ein gräßliches Gewicht fiel hier auf Sans⸗Regrets Seele. Sollte er den jungen Mann erwecken, um ihn an ſein Herz zu drücken? dann mußte er aber auch ſo grauſam ſeyn, ſelbſt einen Herold ſeines Todes zu machen. Dann mußte er ihm auch ſagen: ſieh! hier bin ich, um Dir Lebewohl zu ſagen, und

dort ſteht ſchon Dein Schaffot! Er vermochte es nicht über ſich, den Freund emporzurütteln; im Gegentheil: un⸗ willkührlich öffnete ſeine Hand den Reif um einen Stroh⸗ bund, der an dem Pfeiler lehnte, und ließ ſanft die Halme,