Teil eines Werkes 
4. Band, Der Invalide : historische romantische Bilder unserer Zeit : 2. Theil (1838)
Entstehung
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wie eine ſchützende Decke über den feſt Schlafenden hernie⸗ dergleiten. So eben hörte er, daß ein Huiſſier den na⸗ mentlich en Aufruf der Verurtheilten machte; hörte das Klirren der Scheeren, womit die Henker augenblicklich die Toilette eines Jeden machten, der ſich auf ſeines Namens Ruf hin gemeldet. Wie ein Blitz ſchnitt der Name Dammartin durch ſeinen Buſen. Niemand antwortete. Mit eingehaltenem Athem ſtand Sans⸗Regret vor ſeinem ſchlafenden Freunde, und an ſeiner Seele ging die Mög⸗ lichkeit vorüber, daß in dem heutigen Conventskampfe, deſſen Sturmglocken wieder an ſein Ohr ſchlugen, dennoch die beſ⸗ ſere Partei ſiegen, daß der heutige Bluttag wohl der letzte ſeyn könne, daß ein Aufſchub von wenig Stunden vielleicht ein Leben zu retten vermöchte, deſſen Schutz er ſich von ganzer Seele geweiht. Da drehte ſich der Huiſſier, der ein Paar Sekunden lang vergebens auf dasHier des auf⸗ gerufenen Dammartin gewartet hatte, phlegmatiſch gegen den Invaliden hin, und fragte:Nun? wird's bald?

Und Sans⸗Regret, ohne ſich genau deſſen bewußt zu ſeyn, was er that, trat ſchweigend vor den Huiffier hin, und Samſons Helfershelfer ergriffen ihn, zogen ihn auf die Bank, wo im Nu ſeine Haare fielen und ſeine Hände ge⸗ vunden waren. Das Verleſen ging aber ohnc weitern Aufenthalt ſeinen Gang fort.

Als der Invalide ſo da ſaß, wie durch einen Zanber in den Kreis des Todes hineingezogen, ohne daß man in der gräßlichen Sorgloſigkeit jener Zeit den Mißgriff bemertt hätte, ohne daß einer der Mitverurtheilten noch Autheil genug am Leben genommen hätte, um die Geſichter ſeiner noch einwal anzuſehen und 6 vielleicht zu