Teil eines Werkes 
4. Band, Der Invalide : historische romantische Bilder unserer Zeit : 2. Theil (1838)
Entstehung
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der den verſchiedenen Perſonen zur Laſt gelegten Verbrechen vorkamen, ſo waren ſelbſt die Namen der Angeklagten der⸗ geſtalt verketzert, daß mancher in Zweifel ziehen mußte, ob ſeine Perſon in der That mit in den Prozeß verwickelt ſey. An eine Reklamation deshalb dachte indeſſen keines der Schlachtopfer, und obendr ein las der Greffier dieſes Gewebe von Lügen mit ſo unbegreiflicher Schnelligkeit, daß kaum ein Paar Worte hinter einander verſtändlich wurden. Politiſche Vergehen, klein oder groß, wurden einem Jeden zur Laſt gelegt, und am Schluſſe kam noch die fürchterlichſte Anklage von allen, ganz nach der Taktik jener Zeit: die Beſchuldigung, daß alle Zwei und Vierzig ſammt und ſon⸗ ders in eine Geſammtverſchwörung in ihrem Gefängniſſe begriffen geweſen.

Nachdem dieſe Einleitung beendigt, die man wie ein Luſtſpiel belacht haben würde, wenn nicht der Ausgang gewöhnlich ſo entſetzlich und blutig geweſen wäre, folgte das Verhör, das der Präſident mit den Beklagten anſtellte. Der Vorſitzer war heute beſonders guter Laune, denn gar oft war dieſes Verhör ganz überſchlagen worden, und man hatte die Angeklagten zum Tode geſchickt, ohne ſich näher um ſie zu bekümmern. Der Präſident begann heute bei dem erſten in der Reihe alſo:Du biſt ein Adelicher?

Nein; der Sohn eines Bauers.

Weiter.(zum Zweiten)Du haſt Antheil an der gro⸗ ßen Gefängnißverſchwörung genommen?

Ich weiß nichts davon.

Es ſind Zeugen da, die Dich Lügen ſtrafen.

Ich betheure bei Allem..