Teil eines Werkes 
4. Band, Der Invalide : historische romantische Bilder unserer Zeit : 2. Theil (1838)
Entstehung
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Du haſt nicht das Wort! ſchrie der wilde Fouquier dazwiſchen.

Der Präſident ging zum Dritten über.Du biſt ein Prieſter, und haſt den Eid nicht geleiſtet.

Ich mache mir eine Ehre daraus.

Das Weib da iſt Deine Schweſter? ſie hat ſich gegen die Republik verſchworen. Wie heißt der Menſch neben Euch?

Ich heiße Bellay! ſagte ein junger Menſch, beinah' noch im Knabenalter, dem die Angſt aus allen Zügen ſprach:Eine Namensverwechslung hat mich hieher gebracht. Der Name Mellet ſtand auf der Liſte, und dennoch mußte

Schweig! donnerte ihm Fouquier zu.

Aber, Bürger Präſident, und ihr alle, meine Richter und Geſchwornen! ich bin ja unſchuldig.

Pah, pah; einen Tag früher oder ſpäter; das kömmt auf eins heraus.

Hört mich, Bürger! ich bin ja kaum ſechzehn Jahre alt!

Schweige! deine Verbrechen ſtempeln Dich zu einem Achtzigjährigen. Weiter. War Dein Mann nicht Oberſt in den Armeen der Republik, Leonore Emmery? Iſt er nicht vor dieſem Tribunal zum Tode verurtheilt worden?

Ja; ich freue mich, daß ihr Ungeheuer mich heute ihMm nachſenden wollt.

Welche Unverſchämtheit! fiel Fouquier grimmig ein: Die Frechheit der Weiber überſteigt alle Grenzen. Sie ſpotten des Tribunals und des Henkers. Solche Beiſpiele beleidigen die Majeſtät des Volkes.