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Tochter eines tapfern Mannes. Ich ſtand unter ſeinem Kom⸗ mando am Rhein, und in dieſem Augenblick ſchützt er Frank⸗ reichs Gränzen gegen die Piemonteſer. Er iſt General ge⸗ worden, und das Vertrauen des Volks ſchmückt ihn mehr, als aller Könige Orden thun würden.“
Die glückliche Tochter ſtieß einen lauten Schrei der Freude aus, erhob dankend die Hände gen Himmel, und ihre Zunge jauchzte. Aber in ihren Jubel miſchte ſich das Geſchmetter vieler Trompeten, Trommelſchlag, und der Donner des Schloßgeſchützes. Der kriegeriſche Lärm ſcheuchte das zuſammenfahrende Mädchen hinweg, das mit den Worten: „Die Herren Generale kommen! Ich ſeh' Euch ſpäter wieder!“ Fenſter und Gallerie verließ. Die Schöne, die Wangen geröthet von unverhoffter Freude, flog nach dem Schloſſe zurück, während die geladenen Herren in den Schloßhof einritten.— Die Marquiſe empfing ihre Gäſte auf dem erſten Treppenabſatz, und führte ſie, wie im feierlichen Zuge, nach dem Speiſeſaal. Es war ein eifriges Gedränge um die ſchöne Wirthin. Die Uniformen der Herren ſtrahlten in allen Farben; der Putz der Einen war überladen, der Rock der Andern ſchlicht und knapp; Alle hingegen trugen die Schärpe und das Feldzeichen des Königs.
„Ich freue mich,“ begann der Prinz von Talmont zu der Edeldame,„endlich in Ihrem Schloſſe all' die Helden zumal einführen zu können, deren Namen bis jetzt verein⸗ zelt von der Fama genannt wurden. Dieſer Tag iſt ſchön; verherrlicht vom Jubel des Sieges, und von brüderlicher Eintracht. Wir haben zu Chatillon vor dem Altare des Höchſten dieſe Eintracht beſchworen, und ewig daure ſie. Es lobe der König!“


