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oft Gelegenheit gehabt, das milde Engelantlitz der frommen Eliſabeth, der Schweſter ſeines ehemaligen Königs, recht nahe zu ſchauen. Rein und anſpruchlos wie jenes, erſchien ihm das Geſicht, deſſen klare Augen ihn, den Gefangenen ſuchten. Er erhob ſich.„Wie geht es Euch, armer Mann?“ fragte eine Silberſtimme, leiſe, aber voll Gefühl.—„Ich entbehre der Freiheit, aber nicht des Beſuchs eines Engels;“ antwortete Victor ſo leiſe, wie er gefragt worden.—„Ihr werdet Hunger haben. Geduldet Euch nur noch ein halb Stündchen, Ihr ſollt wohl verſorgt werden.“—„Ich brauche nur ein Stück Brod und Freiheit, oder keine Nahrung, aber den Tod.“—„Leider kann ich Euch nicht frei machen, aber Ihr dauert mich ſehr. Ich will Euch pflegen und für Euch beten.“—„Wie? Hier, in dieſem Schloſſe ſollte ſich eine Stimme für einen Menſchen zu Gott erheben, der der andern Partei zugethan iſt, als der hier herrſchenden? Es gäbe eine Seele hier, die den Republikaner nicht ver⸗ dammte?“—„Man muß ja alle Menſchen lieben;“ er⸗ wiederte die Fremde noch leiſer als zuvor:„Ich liebe den Rock, den Ihr tragt.— Mein Vater trägt ihn auch. Ich habe ſchon oft bittere Thränen vergoſſen, daß ich nicht bei ihm ſeyn darf, daß ich nicht einmal weiß, wo er iſt, ob er noch lebt. Er focht für die Republik; ob er in dieſem Augenblick dem feindlichen Kanonendonner trotzt, oder bereits in kühler Erde ruht, wer kanv mir das ſagen?“—„Darf man den Namen Ihres Vaters wiſſen? Vielleicht wär' ich im Stande..“—„Mein Vater heißt Mont⸗choiſy; er iſt ein Edelmann aus Poitou, und ſtand vor einem Jahre noch als Bataillonschef bei dem republikaniſchen Heere.“—„Mont⸗ chviſy Ihr Vater? ſo beruhigen Sie ſich, mitleidige


