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verfolgte; ich habe einen Gefangenen gemacht, der freilich leider kein Ritter iſt, aber unter dem republikaniſchen Pöbel einen ſolchen vorſtellt. Erlauben Sie mir, Schönſte der Schönen, daß ich meine Trophäen zu Ihren Füßen niederlege.“
Eine leichte gefällige Kopfneigung war die Erwiederung des ritterlichen Grußes. Chabran ergriff ſeinen Gefangenen bei der Hand, und führte ihn im Vollgenuß ſeines Triumphs über die Treppe, verziert mit Ritterbildern, durch die Vor⸗ zimmer, geſchmückt mit Stammbäumen und alten Gold⸗ tapeten, in den Saal des Schloſſes, deſſen Wände mit Harniſchen und Fahnen bedeckt waren, und in deſſen Mitte, umgeben von einer in Hufeiſen⸗Form geordneten und ge⸗ deckten Tafel, die Herrin des Hauſes ſtand. Eine ausge⸗ zeichnete Figur, an welcher man die Fülle bewunderte, die an Darſtellungen der ſtolzen Heere erinnerte. Gabrielens große blaue Augen blitzten dem Ritter milde, dem Beſieg⸗ ten drohend entgegen, und ein leiſer Anflug verachtenden Spottes war auf dem Geſicht der Gebieterin beim Anblick des Letzteren nicht zu verkennen. Victor ſah ihr ſchweigend und ruhig entgegen. Sie wendete ſich mit einigen ſchmei⸗ chelhaften Worten an den zurückgekehrten theuern Freund. „Empfangen Sie meinen Dank;“ ſagte ſie feierlich:„Sie kommen heute eigens, um den Tag zu verherrlichen, den mir der Beſuch der ruhmwürdigſten Hauptleute unſerer königlichen Armeen ewig unvergeßlich machen wird. Ja, mein Freund: Sie werden um dieſe Tafel in wenig Stunden alle Ihre Waffenbrüder vereinigt ſehen; jene pflichtgetreuen Männer, die ſich für die Sache ihres unglücklichen Königs⸗ hauſes aufopfern, wie es dem anhänglichen Adel geziemt.“


