ſo haßt ſie doch jeden Republikaner von ganzer Seele, und er müßte recht artig ſeyn, ſollte er Gnade finden vor ihren Augen.“
Victor antwortete auf all' dieſe ſchönen Dinge nur mit einem verächtlichen Lächeln, ſchwieg übrigens hartnäckig, und ging gefaßt, in ſeiner zerriſſenen Uniform wie ein Held einherſchreitend, der Zukunft und ſeinem Schickſal entgegen. Um das Schloß her war ein reges Gewimmel, einem Volks⸗ feſte nicht unähnlich. Geputzte Weiber, Greiſe und Kinder kamen in hellen Haufen, ihre Väter, Gatten und Söhne zu begrüßen. Die Glocke vom Kirchthurm läutete; der Pfarrer zog daher im Ornat, mit dem wichtigthuenden Sakriſtan, dem geputzten Schweizer und den weihrauch⸗ dampfenden Chorknaben; an jeder Bruſt, auf jedem Hute erglänzten mächtige, weiße Cocarden; aus den Schießſchar⸗ ten des Schloßzwingers knallten Böller los, über dem Ein⸗ gangsthore hingen grüne Kränze und künſtliche Lilien; von dem Altan winkte, von einem weißen Paniere beſchattet, mit weißem Schnupftuch die ſchöne Caſtellanin der Burg. — Chabran konnte nicht erwarten, bis er im Saale vor der Geliebten ſtand. Auf dem Hofe ſchon, umdrängt von der Bevölkerung mehrerer Gemeinden, und ſtolz ſich he⸗ bend in den Bügeln, rief er mit der Stimme eines Ro⸗ land zum Söller auf:„Alles für Gott, den König und die Dame! Ehre dem Tapfern und Huldigung der Schö⸗ nen! Ich habe erfüllt, holde Gebieterin meines Herzens, was Sie von meinem Herzen begehrten. Ich habe gekämpft für den König, Seine Majeſtät Ludwig XVII., den Gott erhalten möge! Ich habe eine Wunde davon getragen, als ich mit Löwengrimm die gefürchteten Soldaten von Mainz


