Brod in der andern Hand, gafften mit offenem Maule den Marquis an, und meinten alsdann, obwohl in größter Demuth, daß es wohlgethan ſey, einen Rebellen aus der Welt zu ſchicken; daß ihr Pfarrer noch am letzten Sonntag von der Kanzel herunter befohlen, keinen Republikaner zu ſchonen; und daß die Königsmörder ſelbſt keinem braven Vendeer das Leben ſchenkten, der in ihre Hände falle. Cha⸗ bran antwortete auf alle dieſe Ueberzeugungsgründe nur mit einer drohenden Säbelbewegung, und die Bauern zogen ſich zurück, um mit ihren Gefährten, hübſch weit von dem Marquis entfernt, über deſſen Menſchlichkeit zu ſchimpfen. Dagegen rief Chabran ſeinen beſonnenen Blaiſe herbei, und ſprach zu ihm:„Sieh, welche Geſichter der Republikaner ſchnei⸗ det. Was meinſt Du? Wird er vollends zum Leben erſtehen?“
Blaiſe betrachtete Victor mit einem Kennerblick und er⸗ wiederte gleichgültig:„Wenn ihn der Schlag nicht trifft, ſo kann er wieder auferſtehen. Eine Aderläſſe würde hier allein helfen, ſonſt iſt er in wenigen Augenblicken hin. Das Blut erſtickt ihn.“—„So hilf, Blaiſe. Du biſt ja mein Feldchirurg, und trägſt Deinen ganzen Apparat bei Dir.“ —„Iſt es aber keine Sünde, Herr Margnis, wenn ich den Burſchen rette?“—„Haſt Du bei den barmherzigen Brü⸗ dern zu Rennes ſo wenig Barmherzigkeit gelernt? Allons, Du langſamer Quackſalber, ſchnell an's Werk. Stirbt der Menſch hier, ſo laſſ⸗ ich Dich auf ein Paar Monate in un⸗ ſern Thurm ſetzen.“
Die Androhung der feudalmäßigen Strafe that die beab⸗ ſichtigte Wirkung. Blaiſe nahm alle Geſchicklichkeit, die er bei den Barmherzigen gelernt, zuſammen, verrichtete die Operativn, und nach einer Minute öffnete Victor wieder


