Teil eines Werkes 
4. Band, Der Invalide : historische romantische Bilder unserer Zeit : 2. Theil (1838)
Entstehung
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verbreitete, ſo riefen ihr tauſend Soldatenkehlen ein brüder⸗ liches Lebewohl. Die dem Tod geweihten Krieger zogen ſchnell an die Brücke hinab, und nachdem die letzten von Weſter⸗ mann's Schaaren vorüber, pflanzten ſie, ein republikaniſches Lied ſingend, zwei Kanonen, die von dem Heerhaufen zurück gelaſſen werden mußten, gegen die Feinde auf. So wie dieſes geſchehen, und unter den Hicben einiger Axte die ſchwache Brücke in den Grund geſchlagen war, nach den geladenen Gewehren geſehen worden, und der Offizier eine kurze Rede an ſeine Gefährten gehalten, ſtanden ſie ſchweigend, ſchußfertig und lauernd, mit aufmerkſamem Ohr, hoch⸗ ſchlagenden Herzen und noch einmal zurückdenkend, zum letzten Mal, an die Heimath, die Eltern, die Freunde und Weib und Kind. So wie nun in der Ferne das Schnauben der Roſſe, das Geklirr der Waffen und das Wagengeraſſel der abziehenden Colonne verhallte, ſo näherte ſich jenſeits des Grabens von weitem das Getöſe der nachjagenden Verfolger. Einzelne Poſten mußten längs den uferkrüm⸗ mungen hinſchleichen, um die Vendeer zu erſpähen, und in der Mitte der auseinander geſpreiteten Poſten⸗Kette ſtand der Befehlshaber, eine Doppelbüchſe im Arm, der breite Säbel an der Hand hängend. Die Sonne drang durch das Gewölke und drückte den Nebel zu Boden, daß er nur in Manneshöhe über der Erde ſchwebte. Da erklang leiſer Hörnerruf, und Pfeifen ließen ſich aus Hecken und Gebüſchen vernehmen. Verwirrtes Getöſe breitete ſich, näher rauſchend, auf weit gedehnter Linie aus. Dann kam Getrapp von Pferden heran. Nicht lange, und am jenſeitigen Ufer blickte das Geſicht eines Reiters durch den Duft. Der Schuß eines Republikaners ſtrafte die verwegene Neugier des