Teil eines Werkes 
4. Band, Der Invalide : historische romantische Bilder unserer Zeit : 2. Theil (1838)
Entstehung
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B

den Ausdruck unerſchütterlichen Ernſtes. Marceau ſprach, auf den Offizier weiſend:Ich könnte keinen Beſſern empfeh⸗ len, als den Secondlieutenant Victor. Muth und Todes⸗ verachtung haben ihn ſchnell vom Gemeinen zum Offizier befördert, und nie hatte eine Kompagnie einſtimmiger ihren Vorgeſetzten gewählt, als die ſechste ihn.

Kleber klopfte traulich dem Lieutenant auf die Schulter, und ſagte, auf die im neblichen Grunde liegende Brücke deutend:Du ſollſt unſern Rückzug decken, Lieutenant. Nimm Deine Kompagnie mit Dir, und halte Dich bis auf's Letzte. Ihr müßt Euch Alle todtſchlagen laſſen, aber es gibt ja keinen ſchönern Tod, als den für die Freiheit und die Waffenbrüder.

Soll geſchehen, Bürger General; antwortete der Offi⸗ zier trocken, und wendete ſich nach ſeinen Leuten. Marceau bielt ihn zurück, und redete mit Theilnahme zu ihm:Victor! Ich weiß ſchon lange, daß Du das Leben geringſchätzeſt, und eine Gelegenheit zu ſterben ſucheſt, wie ſie heute ſich darbietet. Du wirſt nicht davon kommen. Haſt Du jedoch nicht Verwandte, nicht Freunde, nicht eine Geliebte, welchen Dein letzter Gruß gehört, und darf ich nicht deſſen Ueber⸗ bringer ſeyn, wenn mich der Krieg verſchont?

Victor ſchüttelte verneinend den Kopf.Ich habe Nie⸗ mand auf der Welt; verſetzte er:Du, mein Komman⸗ dant, leb' wohl, und laß meinen Namen in das Pantheon einſchreiben, unter Diejenigen, der für das Vaterland ge⸗ fallenen Tapfern.

Er ſprang hinab zu ſeiner Kompagnie. Unter kurzem Trommelwirbel trat ſie aus den Reihen der andern, und da ſich ſchnell das Gerücht von ihrer gefährlichen Beſtimmung