Teil eines Werkes 
4. Band, Der Invalide : historische romantische Bilder unserer Zeit : 2. Theil (1838)
Entstehung
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und die Colonne ſetzte ſich in Bewegung, als Weſtermanws Schwadronen athemlos herbei kamen. Das Fußvolk der deutſchen Legion lief zerſtreut zwiſchen den Pferden der Kavallerie. Man hatte ihr das Geſchütz abgenommen. Bei dieſer Nachricht wurde der Rückzug der Mainzer eine eigent⸗ liche Flucht. Kleber hatte mit Drohungen und Bitten genug zu thun, um nur einen Schein von Ordnung in den Trup⸗ pen zu erhalten, und Weſtermann drang lebhaft in ihn, an der Brücke einen Poſten aufzuſtellen, der auf kurze Zeit wenigſtens den erſten Andrang der Verfolger aufzuhalten vermöchte.Ich ſehe das ein; antwortete Kleber:wir ſind fonſt Alle verloren, in dieſen verteufelten Hohlwegen. Wer zum Henker behielte jedoch den Kopf beiſammen, in ſolchem Tumult? Der Zorn, dem einfältigſten Tropf aller franzöſiſchen Heere untergeordnet zu ſeyn, benimmt mir ſchier die Faſſung. Unſere tapfern Grenadiere ſind voraus; nenne mir, Marceau, unter Deinen Bataillonen den uner⸗ ſchrockenſten Offizier, der im Stande wäre, den verwegenen Poſten an der Brücke zu übernehmen.

Marceau ſchwang ſich auf Kleber's Handpferd, warf einen zerſtreuten Blick auf ſeine Füſeliere, die ſo eben, halb geordnet, durch die Schlucht zogen; ſein Auge flammte plötzlich, und mit aller Kraft ſeiner Löwenſtimme rief er: Die ſechste Kompagnie! Halt! Kommandirender, vor!

Im Augenblicke ſtand der Berufene vor den Generalen: ein Lieutenant, der an der Stelle des erſchoſſenen Kapitäns den Befehl ſeiner Kompagnie übernommen hatte. Kleber's Blick maß zufrieden die Geſtalt des Mannes, deſſen Uni⸗ form die Spuren eines ſchonungsloſen Gebrauchs im Bi⸗ vouac trug, wie ſein Geſicht eine ehrenvolle Narbe und