Teil eines Werkes 
4. Band, Der Invalide : historische romantische Bilder unserer Zeit : 1. Theil (1838)
Entstehung
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Beſtürzt von dem Anblick zog ſich der König, die Hand vor die Augen haltend, zurück. Die Menge jauchzte ihm mit wilder Ausgelaſſenheit nach:Die Königin heraus! Wir wollen ſie ſehen! Die Königin ſehen! Sie ſoll unverzüg⸗ lich kommen! Bei dieſem Geſchrei ſah Marie Antoinette den Gemahl fragend an. Er las den Schrecken in ihrem Auge, und das ſeinige ſuchte Rath auf den Geſichtern Lafayette's und der Deputirten.Es iſt das einzige Mittel! meinte der Marquis achſelzuckend.Wohlan denn! rief die Königin:ſollt' es mein Tod ſeyn, ich will auch noch dieſes thun! Sie trat mit dem Dauphin auf den Altan. Alle Herzen ihrer Begleiter und Freunde ſchlugen ängſtlich; ſie fürchteten einen meuchelmörderiſchen Schuß. Das wüthende Geſchrei:Keine Kinder! Weg mit den Kindern! bewill⸗ kommte die Fürſtin, die ſtarr und weiß wie eine Bildſäule es litt, daß Lafayette ihren Sohn entfernte. Sie duldete einige Augenblicke lang das Gaffen, Gelächter und Höhnen des Volkes, und ſagte dann nur zu dem rückkehrenden Lafahette:Sprechen Sie ſtatt meiner ein paar Worte, weil die Leute verlangen, daß ich rede. Ich weiß nicht, was ich dieſen Menſchen zu ſagen hätte. Da machte der Marquis eine Bewegung der Hand und der Sturm ſchwieg. Alsdann rief er mit lauter Stimme:Die Königin ver⸗ ſichert Euch Ihrer Liebe. Wenn ſie etwas gethan hat, das Euch mißfällt, ſo geſchah es nur, weil man ſie getäuſcht hat. Heute jedoch hat ſie ihr gutes Volk kennen gelernt, und wird ſich nie wieder von ihm trennen. Das Volk ſchwieg; und der verlegene Lafayette küßte die Hand der vernichteten Königin, ſah dann im Kreiſe umher auf die

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