Teil eines Werkes 
4. Band, Der Invalide : historische romantische Bilder unserer Zeit : 1. Theil (1838)
Entstehung
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Leute, die unter den Thüren des Balcons ſtanden, zog raſch

den Vicomte Dammartin aus dem Kreiſe, drückte ihn mit

affektirter Rührung an die Bruſt, und heftete ihm ſeine

eigene Nationalcocarde, die er vom Hute rieß, auf die Uniform, mit den Worten:Friede alſo, meine Mitbürger!

Es lebe die Nation! der König! die Gardes du Corps!

Nun brach ein Beifalltoſen aus, das in der ganzen weitläufigen Stadt gehört wurde. Die Pariſermilizen und das Geſindel brachten ein Vivat nach dem andern, ſich ſelbſt, dem König und der Feibwache. Die Grenadire der Miliz trugen den von Lafayette geſchmückten Dammartin auf ihren Gewehren unter das Volk, wo ihn Bachantinnen umtanzten, und blutbefleckte Hände bekränzten, während der Pöbel in einer andern Straße den guten Perruquier Criſpin zwang, die Köpfe der geſchlachteten Gardes du Corps geſchmackvoll zu friſiren und zu pudern. Da begann eine einzige Stimme unter dem Haufen, ausgehend von einem zerlumpten Kerl:Nach Paris! der König nach Paris! Gleich heute nach Paris! Sechzig tauſend Stimmen brüllten dieſen Ruf nach, und Ludwig willigte ein.

Die Anſtalten, die nun zu dem Zuge getroffen wurden, der den gefangenen König und ſeine Familie nach Paris führen ſollte, das Getümmel, welches der Ordnung vhran⸗ ging, erlaubte dem Vicomte, den Liebkoſungen des Pöbels zu entrinnen, der ſich mit dem Blute ſeiner Kameraden beſpritzt hatte. Er eilte auf ſeinen Poſten; er ſtellte ſich ſeinem Kapitän vor, und meldete ſich unter Denen, die den König nicht verlaſſen wollten. Der Herzog von Guiche wendete ihm jedoch ſpöttiſch den Rücken und ſagte mit tiefer