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Es iſt Schade, daß wir Beide gerade uns von Ihnen tren⸗ nen müſſen. Deshuttes geht nach der Bretagne ab, um ſeine ſiebenzigjährige Mutter zu pflegen, die ſich nach ihm ſehnt. Er thut heute den letzten Wachtdienſt, wie ich. Uns wird leicht ſeyn, wenn wir Verſailles hinter uns haben. Sollten Sie glanben, daß wir geſtern unſer Teſtament machten? Gott ſey Dank, noch wird man uns nicht beerben.“
„Ich wünſche Ihnen Glück;“ verſetzte Victor finſter und zerſtreut:„Ich verliere an Ihnen gute Freunde. Wenn noch vollends Durepaire abginge, ſo hätt' ich Niemand Vertrauteren beim Corps.“
„Ach, der arme Durepaire! Wiſſen Sie, daß er in die Königin ſterblich verliebt iſt? Die Leidenſchaft des armen Teufels iſt ſo ziemlich am ganzen Hof bekannt. Er mit Dreien ſeiner Kameraden haben ſich geſtern gegenſeitig das Wort gegeben, die Königin mit Gefahr ihres Lebenst zu ſchützen, wenn die Pöbelcanaille in der Nacht eineni Streich ausführen ſollte. Gottlob! dieſer Bund war unnoͤthig.“
Man hörte von ferne Trommeln. Die Wachen in den entlegenen Theilen des Schloſſes riefen ſich an. Victor ſtutzte. Gleichgültig ſagte Varicourt:„Die Pariſer Miliz ſchlägt Reveille.“—„Wenn uns nur die Reveille nicht gilt,“ meinte Victor, und ſpannte mechaniſch den Hahn ſei⸗ ner Muskete.
„Wie meinen Sie das? Sie werden doch nicht glauben, daß am hellen Morgen ein Sturm auf's Schloß gewagt werden würde? Ein einziger Schuß reichte ja hin, um das Geſindel auseinander zu treiben.“


