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über ſich gewonnen, dem Pöbel eine gleiche Gunſt zu gön⸗ nen. Dem Beiſpiele ihrer erlauchten Mutter folgend, hatte ſie den Kronprinzen mit ſich geführt. Der rührende Anblick ſeiner unſchuldigen Kindheit ſollte den Eindruck vollenden, den ſchon die beſondere Lage der königlichen Familie hervor⸗ brachte. Wenn etwas noch in den Augen der franzöſiſchen Krieger, die im Opernſaale verſammelt waren, den herrlichen Anblick der in ihre Mitte heruntergeſtiegenen königlichen Perſonen zu verſchönern vermochte, ſo war es die Reihe auserleſener reizender Damen, die der Königin folgten, wie die Grazien der paphiſchen Göttin. Die gefährlichſten Schön⸗ heiten des Hofes, ſtrahlend in der Pracht ihrer Gewänder, vom Glanz der trügeriſchen Schminke, und im Wiederſchein der hundert Kerzen, die jeden Reiz zu verdoppeln verſtehn, nahten ſich den Offizieren der Gardes du Corps und ſelbſt den gemeinen Soldaten, hier ein Wort ſpendend, dort ein Lächeln gewährend, und aus ihren Händen ſtreuten ſie mit zauberiſcher Leichtigkeit die weißen Cocarden unter die Gäſte aus, während aus den Logen weiße Tücher, gleich Panieren wehten, und ein dröhnend⸗-jauchzendes:„Hoch lebe der König! die Königin! der Dauphin!“ wohl zehnmal hinter einander durch den Saal tobte, und mit ergreifender Begeiſterung, wie verabredet, die Muſik der beiden Corps das Lied an⸗ ſtimmte:„0 Bichard, o mon roi, l'univers t'abandonne!“ Das Gemüth des Königs widerſtand dieſen ſo ſchnell auf ihn eindringenden Erſcheinungen nicht. Thränen benetzten ſeine Wangen. Die Rührung machte ihn ſtumm. Die Kö⸗ gin, die Wangen geröthet, und die Augen glänzend, glück⸗ lich in dem Meere von Huldigungen, die ſie ſich und den⸗ Ihrigen von Ehrfurcht und Lebe dargebracht ſah, redete an


