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Menge im Opernſaal getreten. Er trug ein einfaches Jagd⸗ kleid und auf ſeiner Stirne lag Rührung, Hoffnung und zugleich die Scheu, die der Fürſt gewöhnlich empfand, wenn er ſich in einer zahlreichen Verſammlung einfinden mußte. Sein Lächeln war gutmüthig aber verlegen; ſeine Haltung die eines Hausvaters im Kreiſe der Seinigen; die Würde, die er anzunehmen verſuchte, ſtimmte nicht mit dem ſchwan⸗ kenden Schritt zuſammen; ſein ganzes Aeußere war das eines Mannes, der wohl allenfalls weiß, was zu thun gut wäre, immer jedoch ſeiner angebornen Trägheit in der Aus⸗ führung unterliegt; eines Mannes, der bis auf einen ge⸗ wiſſen Grad ohne Falſch iſt, und daher für ſein Leben gerne ſehen möchte, daß man auch ohne Falſch gegen ihn ſey; eines Mannes endlich, der, von der Jagd ermüdet, gut zu Nacht gegeſſen hat, einem Jeden gerne ein Paar freundliche Worte ſagen möchte, aber ſich dennoch von ganzem Herzen ſehnt, die ihm durch Ueberraſchung abgewonnene Repräſenta⸗ tion ſobald als möglich zu enden, und das ſtille Lager zu ſuchen, wo weder die Mißgriffe der Miniſter, noch das Ge⸗ ſchrei des Volks den Regenten ſtören. Ein ganz anderes Bild ſtellte die Königin dar. Aufrechten Ganges, das Haupt hoch haltend, die doppelte Zuverſicht auf ihre Würde und Schönheit in den Augen, ſchritt ſie daher wie eine Siegerin. Sie war ſich bewußt, durch ein Paar Worte der Herab⸗ laſſung die Menge zu gewinnen, wie einſt Maria Thereſia die ſtolzen Ungarn zu binden und zu begeiſtern wußte. Aber, wie die große Kaiſerin, konnte Maria Antvinette nur gegen diejenigen herablaſſend ſeyn, die ſie nicht verachtete. Zu den dem königlichen Hauſe ergebenen Dienern ein Wort der Bitte zu ſprechen, wurde ihr leicht; ſie hätte es nicht


