Unteroffizier mit freundſchaftlicher Gewalt zum Liſche zu führen, und ihm von den Koſtbarkeiten des Deſſerts mitzutheilen. Victor wandte ſich verdüſtert von dem Schauſpiel ab, und begrüßte freudig überraſcht die Frau von Esprémenil, die in die Loge trat, und ihm mit günſtigem Lächeln die Hand zum Kuß und Druck reichte. Sie ſagte mit ſchmeichelndem Vorwurf:„Mein guter Dammartin! Sie ließen ſich ſo lang erwarten, daß ich beinahe Luſt gehabt hätte, an der Auf⸗ richtigkeit Ihrer Verſicherungen zu zweifeln. Die Pariſer ſind ohnehin ein falſches Geſchlecht, das wohl gerne einem wackern Paladin, wie Sie es ſind, nachſtellen möchte. Ich zweifelte faſt an Ihrer Rückkehr.“
Victor antwortete mit ſchelmiſcher Miene:„War ich nicht der Unglücklichſte, der ich Ihre Geſellſchaft, meine Gräfin, und das Feſt meiner Cameraden entbehren mußte? Der ſaumſelige Bertrand hatte den ihm aufgegebenen Auftrag noch nicht erfüllt, weil er ſich vor dem Spürauge ſeines revolutionären Geſellen fürchtete. Indeſſen habe ich ſeinen Eifer beflügelt, und bin ihm nicht von der Seite gegangen, bis Alles vollendet und gepackt geweſen.“
„O geſchwinde!“ verſetzte die Gräfin mit leidenſchaftlicher Heftigkeit,„haben Sie mitgebracht, die Talismane, welche anzuwenden gerade jetzt der rechte Zeitpunkt iſt?“
Victor nahm ſeinem Bedienten das Paket äb, und über⸗ gab es den Händen der ſchönen Gräfin, um welche ſich mehrere Damen verſammelten, die ihr halfen, es zu öffnen. Eine große Anzahl von weißen Cocarden rollte in die nied⸗ lichen Körbchen, womit ſich eine jede der Hofdamen verſehen hatte. Mit Enthuſiasmus ſchmückten ſich die Frauen ſelbſt mit dem Zeichen des Königthums, verzierten damit den


