Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 3. Theil (1838) Der Mann und seine Rache
Entstehung
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Aber, Arch'mvald! ſprach Hubert, ernſt mit dem Finger drohend.Dieſe fürchterliche Rache..4

Sie war grauſam, mein Lehrer, ich geſtehe es, ent⸗ gegnete Archimbald.Aber ich bin auch nur ein Menſch⸗ ein leidenſchaftlicher Menſch, und jahrelanger Schmerz mußte ſeine volle Sühnung finden. Darum guälte ich mein Opfer⸗ ob ich gleich keiner der Schlimmſten bin, wenn gleich kein Vortrefflicher des Geſchlechts.

Der Vater kömmt zu ſich! ſchrie der Knabe. Alles eilte hinzu.Er möge erwachen an der Bruſt des ver⸗ ſöhnten Bruders! rief Archimbald und kniete neben dem Aufathmenden nieder, der in ſeinen Armen die Augen auf⸗ ſchlug.

Archimbald! ſeufzte er mit wehmüthigem Lächeln,Du nennſt mich Bruder? Du vergiebſt?.

Ich verzeihe Dir im Namen Aller, die Du gekränkft haſt, antwortete Archimbald feierlich.Marie verſöhnte ſich mit Dir; die ſterbende Barbara hat Dir nicht geflucht. Sie hat Deinen Sohn zum Erben eingeſetzt. Nimm dieſes Teſtament, mache es geltend. Iſt gleich die Unterſchrift nicht des Vaters, ſo war ſie doch ſein Wille. Dieſes Blatt macht Deine Schenkung an Simon, deſſen Mord gerechte Noth⸗ wehr war, zu nichte, zieht die Güter aus den Klauen des

Raths und vereinigt wieder unſers Vaters Habe, die ich

Dir vollſtändig jammt Deinem Sohne überlaſſe. Du wirſt aber nicht hier verweilen, unter den quälenden Erinnerun⸗ gen einer böſen Vergangenheit; Du magſt alſo die Güter zu Gelde machen und namentlich dieſes Haus an den ge⸗ ſchickten Eſchenreuter hier verkaufen, für welchen ich den