Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 3. Theil (1838) Der Mann und seine Rache
Entstehung
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Gnade das Leben wieder lieb gemacht. Aber ich will den⸗ noch nicht mit einem unwürdigen Tode ein unwürdiges Leben krönen. Ich bin Vater! dieſer Gedanke wird mich ſtärken, mich erheben. Gott laſſe nur dieſen Knaben tugendhaft und glücklich werden! Dieſe Umarmung nochdieſen Kuß.. Nun, Archimbald, hier iſt meine Bruſt!

Philipp riß ſich das Wamms auf. Sein Sohn klammerte ſich weinend an ihn. Archimbald, an einen Tiſch gelehnt mit übereinandergeſchlagenen Armen, warunbeweglich. End⸗ lich ſprach er:

Philipp Wernher! Deine Standhaftigkeit und, was noch mehr iſt, das tiefe Geſühl, das Du bei dieſem Anlaß ent⸗ wickelſt, und deſſen ich Dich niemals fähig geglaubt hätte,.. ſie haben. ich läugne es nicht,meine Bruſt be⸗ wegt. Die Lehren jenes Prieſters, die Bitten meiner Ge⸗ mahlin, die Rührung meiner Freunde ſprechen für Dich. Es erbarmt mich, Dich, den ältern Bruder, vor mir zu ſehen, bebend gleich dem Miſſethäter unter dem Beil des Schergen; meine Pflicht wird mir ſchwer, und mein Gewiſſen zu be⸗ ruhigen, lege ich Dein Loos in Deine eigenen Hände. Dein Blut zu trinken, habe ich geſchworen. Der Eid iſt uner⸗ läß lich, ſoll er mir nicht ſelber Fluch bringen! Auch Dei⸗ nes Sohnes Blut iſt das Deine.

Entſetzlicher! ſtammelte Philipp, den Knaben feſt an ſich ziehend.Willſt Du ihn morden an meiner Statt?

Nicht doch, antwortete Archimbald kalt und gleichmü⸗ thig.Wähle! Zwei Wege ſtehen Dir offen, Dich zu retten over wenigſtens mir die ſchwere Pflicht zu erlaſſen, eigenhändig Dein Leben zu enden⸗ Entweder Du behan⸗ delſt dieſen, Deinen Sohn, in dieſer Stunde vor unſern

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