Dich ſegnen, wenn ich an Deinem Dolche verblute, weil Du mir den Sohn nicht vorenthältſt; weil Du mir erlaubſt, in ſeinen Umarmungen den Tod zu erwarten!“
Erſchüttert verſuchte Archimbald ſich von dem Stürmiſchen los zu machen; doch gelang es ihm nicht. Das Geräuſch der Eintretenden hatte beſſern Erfolg, denn ſeine gewalt⸗
ſamen Bemühungen. Philipp blickte auf. Wenige Schritte
vor ihm ſtand ſein Sohn, geführt von Jukunde und ihrem Bruder. Mit einem Schrei des Entſetzens ſtürzte der Vater auf den Knaben zu, riß ihn an ſeine Bruſt, benetzte ſeine Wangen, ſeine Hände mit Thränen, und die Natur ſchien vollkommen zu ſiegen, denn auch der Kleine ſchmiegte ſich innig an den Umarmenden. Die rauhen Männer umher fühlten warme Tropfen in ihren Bart fallen; Hubert betete ſtill und eifrig; Jukunde lag in den Armen ihres Bruders, und Archimbald, zwar uneins mit ſeinen Gefühlen, ließ den⸗ noch langſam den Teppich über die Leiche ſinken, um durch den gräßlichſten Gegenſtand die Feier des rührenden Auf⸗ tritts nicht zu ſtören.
Mit den ſanfteſten Worten, die ſeinem Munde ſeit Jah⸗ ren fremd geworden waren, bat der unglückliche Philipp ſeinem Knaben all' die Leiden ab, die ſeine Härte ihm verur⸗ ſacht haben möchte; ermahnte ihn, zum Himmel zu beten um Vergebung für ſeinen Vater, und recht brav zu werden,
öfters auch an ſeinen ſterbenden Vater zu denken.
„Sollſt Du denn ſterben, Vater?“ fragte der Kleine er⸗ ſchrocken.
„Ich ſoll!“ antwortete Philipp ſeufzend.—„Verzeihe mir, Archimbald, dieſen Seufzer. Du haſt mir durch Deine


