Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 3. Theil (1838) Der Mann und seine Rache
Entstehung
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Hände ſind rein an dem Morde Deiner Mutter... Marie lebt ſammt ihrem Kinde.. ſie ſind Beide glücklich... Barbara, die er unwiſſend, daß ſie ihm ſo nahe verwandt, umarmte, entging ſeinem Gifte.... der geraubte Knabe ward ſeiner Mutter zurück gegeben!.. O ſieh',. über⸗ lege. preiſe die Weisheit des Lenkers der Dinge. Sie ſtumpfte alle Pfeile ſeiner Bosheit ab und warf den ſchmerz⸗ lichſten Widerhaken in ſeine eigene, immer blutende Bruſt. Maße Dir nicht ein größeres Recht an. Philipp iſt elend, verlaſſen, verachtet, verabſcheut von ſeinem Bewußtſeyn. Hier hat Gott ſelbſt gerichtet. Verfolgſt Du Dein Vorha⸗ ben, ſo kannſt Du wohl Deine Seele zu den Verdammten werfen, ſeine Qual aber um keinen Grad erhöhen. Sieh⸗ doch in Deines Bruders Verbrechen nicht bloß ſeine Luſt zu Sünde und Frevel! Blicke tiefer in das Labprinth von La⸗ ſtern, das in Deinem Hauſe ſich bildete. Nicht ſowohl die Neigung der Verbrecher.. die Unſittlichkeit des Vaters legte hier den Keim, der, üppig fortwuchernd! zum krebsar⸗ tigen Geſchwüre wurde. Da wo des Hausvaters Sitten⸗ verderbniß den rechtmäßigen Sohn verbannt, das Kind der Luſt einführt unter das Dach, das der keuſchen Zucht geweiht ſeyn ſollte, in fremde Geſchlechter ſich ſchamlos drängt, fremde Ehebetten mit ſeinem anſteckenden Gifte befleckt,.. da wendet ſich der Segen des Herrn ab von der verunrei⸗ nigten Schwelle, und in den Mauern, verbotenen Freuden geweiht, zeugt ſich die Sünde fort, bewegt ſich des Verbre⸗ chens Mißgeburt auf einem durch wilde Luſt der Tugend abgetrotzten Tummelplatze. Da lockern ſich die Bande der Gewohnheit, des Herkommens, der Treue und Liebe; da löſen ſich die Knoten der heiligſten Blutsfreundſchaft. Des