Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 3. Theil (1838) Der Mann und seine Rache
Entstehung
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nachgemachten Namenszug des Verſtorbenen hinzugefügt und wieder alles feſt petſchirt. Da Deine Habſucht aber dem ungeachtet das Teſtament unterſchlug, welches zu vernichten Deine Geſpenſterſcheu nicht zuließ, ſo mußte Kalander davon ſchweigen, um ſein gefährliches und verpöntes Stücklein nicht unvorſichtig an den Tag zu bringen. Hier, abergläu⸗ biſcher, geiziger Böſewicht, iſt dieſes Blatt. Dieſes Haus... alles was dem elenden Simon Deine Großmuth oder ein gezwungener Vertrag hingeworfen, iſt mein durch des Vaters Wille, der es wohl wußte, daß Du ein neues Gebäude an Dich kaufen würdeſt. Um dieſe Habe haſt Du mich ſchändlich betrogen. In dieſem Gemache haſt Du an dem ſchwachen Knaben Deine unnatürliche Grauſamkeit geübt; in dieſem Gemache magſt Du auch Deinen Lohn empfangen!

Er ſchwang den, den Rachegeiſtern geweihten Dolch; Erlwein und Achmet ergriffen Philipps Arme, um ſeine Bruſt wehrlos dem Stoße darzubieten, während ſein Ge⸗ ſicht in Todesſchreck erbleichte... da warf ſich Hubert hef⸗ tig zwiſchen die Brüder und hielt den drohenden Arm auf⸗ der nach Philipps Herzen zielte.

Halt ein, um Gotteswillen, Archimbald! rief er begei⸗ ſtert für Menſchlichkeit und Milde.Du wirſt nicht Ernſt machen; Du wirſt nicht Deinen Namen zu den Ungeheuern ſchreiben, die die Nachwelt mit Schande brandmarkt. Er

iſt der Sohn Deines Vaters; er hat nie aufgehört, vor

Gott Dein Bruder zu ſeyn, hat er Dich auch vor der Welt

verläugnet. Er hat viele Unthaten begangen, aber⸗Gott hat ſie alle gnädig gewendet. Du lebſt, biſt glücklich unter

den Deinen; er aber, der Dich zu morden, zu berauben dachte, ſteht jetzt halb todt, ein Bettler vor Dir. Seine