Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 3. Theil (1838) Der Mann und seine Rache
Entstehung
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die Du in mir verdammſt? willß Du den Bruder morden, weil er, vom Satan geblendet, Dich zu morden gedachte?

Ich habe einen theuern Eid darauf geleiſtet! entgegnete Archimbald kurz und ernſt.Dein Blut zu trinken habe ich geſchworen.

Tiger! ſchrie Philipp entſetzt.

Bin ich's, wer hat mich dazu gemacht? fragte Archim⸗ bald fürchterlich losbrechend.Haſt Du mich nicht überant⸗ wortet den Raubthieren des Waldes, den Vögeln der Luft? mich nicht gezwungen, den Menſchen abzulegen, ein blutdür⸗ ſtiges Ungeheuer zu werden? um eines elenden Pergaments willen, dem noch obendrein die Unterſchrift des Vaters mangelte

Nein! nein! ſtammelte Philipp,mein Fehl war größer. Denn in jener fürchterlichen Nacht ſeines Todes kam ſein abgeſchiedener Geiſt in dieſe Stube zurück und unterzeichnete das verhängnißvolle Blatt, welches mir Simon bei meiner Ankunft, ohne noch von der Unterſchrift zu wiſſen, feſt ver⸗ ſiegelt überreichte.

Ich verſchmähe es, mich eines Betrugs zu bedienen, um noch mehr Uebergewicht zu erhalten, antwortete Archim⸗ bald verächtlich und zog das Teſtament aus dem Buſen. Kalander hat mir's geſtanden, wie es damit zuging; denn von ihm rührt die falſche Unterſchrift. Mein Vater hat ſich in jener Nacht gezeigt, das iſt wahr, ich hab' es ſelbſt ge⸗ ſehen; doch der Magiſter, der die Urkunde geſchrieben hatte, betroffen über den Verluſt des Freundes, und bedauernd, mein Geſchick nicht geſichert zu ſehen, hat mit geſchickter Hand,

während dem man die Leiche hier in's Haus brachte und

der Verwirrung allzuviel war das Blatt entſiegelt, den