Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 3. Theil (1838) Der Mann und seine Rache
Entstehung
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Langes Schweigen folgte auf die heftige Rede. Aller Augen waren auf den zitternden Verbrecher gerichtet, der, eine Beute nagender Schlangen, vernichtet vor ſeinem Rich⸗ ter ſtand. Die höchſte Zerknirſchung hatte ihn ergriffen, das lebendige Gemälde ſeiner Vergehen, von dem Bruder mit Flammenworten geſchildert, ſich mit Flammenzügen in ſeine Seele gebrannt. Er konnte die Unverſöhnlichkeit Archim⸗ balds nicht verdammen; hatte er nicht das Beiſpiel deſſelben gegeben? Er ſchauderte aber vor ſeinem ſtrengen Spruch zurück. Der Menſch, und hätte er es ſelbſt verſucht, ſich den Tod zu geben, bebt vor der gewaltſamen Hinrichtung durch die Hand eines Fremden. Es war auch keine leere Drohung, die Archimbalds Mund geſprochen, denn er hatte ſchon einen blutigen Anfang gemacht. Simons kalte Reſte weiſſagten dem Verurtheilten ſe in Schickſal. In heftiger Bewegung rief er aus:

Unbegreifliche Vorſehung! wie bewundere ich deinen Schluß, ſchleudert er auch das Henkerbeil auf meinen Nacken! Der mich zuerſt verführte zum Verbrechen, der mir willig ſeine Hand zur Vollſtreckung lieh, der mich endlich auf die ſchändlichſte Weiſe betrog und zu Grunde richtete.. vor meinen Augen liegt er niedergemetzelt! der Tugend und mir zur Genugthuung! Vor meinen Augen habe ich die Freude, den Böſewicht belohnt zu ſehen! Was Dich betrifft, mein Bruder, dem ich in meinen Lebensjahren unzählige Mal die Unbilden, die ich an ihm verübte, abgebeten habe, ſo will ich nicht unterſuchen, ob Du ein Recht haſt, mich zu richten oder nicht. Du erretteſt mich zwar vom Blutgerüſte, das meiner wartet, wenn Du mich gebunden dem Halsgerichte überlieferſt; allein, willſt Du die Sünde auf Dich häufen,