Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 3. Theil (1838) Der Mann und seine Rache
Entstehung
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verlängern? Unſinniger, höre, welche Verbrechen Dich an⸗ klagen; höre, welche Frevel Deinen Tod verlangen: Du haſt das Gebot, das den Vater zu ehren befiehlt, ſchändlich übertreten; Du haſt den unmündigen, unſchuldigen Bruder mißhandelt, verhöhnt, mit Füßen getreten, mit Deinen Sporen verwundet, mit der Peitſche geſchlagen, von Deinen Hunden aus dem Hauſe hetzen, mit Lumpen bedeckt auf die Straße werfen laſſen! Du haſt ein edles Mädchen, das Dich Elenden liebte, ſammt ihrem Kinde an den Rand des Gra⸗ bes gebracht; Du haſt durch Zauberkünſte den Bruder morden wollen und ein Teſtament zurückgehalten, das ihn in den Beſitz der Hälfte Deiner Habe ſetzte. Du haſt denſelben Bruder, als er zum zweitenmale Deine Barmherzigkeit zu erbetteln kam, auf's Neue in's Elend hinaus geſtoßen; Du haſt, wenn auch nicht Theil genommen an Hedwigens Morde, doch aus ſeinen Folgen Genuß gezogen. Du haſt in blut⸗ ſchänderiſcher Ehe gelebt mit Deiner Schweſter,... Du haſt ſie vergiften wollen..... Du haſt einer betrübten Mutter ihr Kind ſtehlen laſſen!.... Ungeheuer! drei⸗ faches Scheuſal! das ſind die Thaten, die Du begangen, das die Früchte Deines niederträchtigen Lebens! Dieſe Auf⸗ zählung Deiner ruchloſen Handlungen hat Grauſen in dem Herzen der Zuhörer,... ſelbſt in dem Deinigen, erweckt. Bedarf es hier noch einer Frage, ob Du des Todes ſchuldig ſepeſt oder nicht? ob ich das Recht habe, Dich zu richten oder nicht, da vor den Schranken eines weltlichen Stuhls Deine Sünden verſchollen ſind? Du haſt mich verderben wollen, und ſiehe! der Herr hat es wohl gemacht mit mir; hat mir die Gewalt verliehen, zu vergelten und den Stamm Deiner Laſter zu vertilgen von der Erde. Bereite Dich zum Ende.