Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 3. Theil (1838) Der Mann und seine Rache
Entstehung
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ncht denken, weil ich Waffen und drohende Blicke um mich blitzen ſehe.... Wie kommt Ihr in dieſes Haus, Geſtalten der Nacht? Wo iſt Simon?

Schweigend hob Archimbald den Teppich von der Leiche. Sieh' hier Deinen Freund... ſprach er dumpf...ihn lebendig zu umarmen, kommſt Du zu ſpät; ihm nachzu⸗ folgen in das unbekannte Land immer zeitig genug. Be⸗ ſtelle Dein Haus und Deine Seele. Du kömmſt nicht mehr athmend von hier!

Heiliger Gott! ſchrie Philipp beim Anblick der Leiche und dem Vernehmen des gräßlichen Urtheils.In welche Hände bin ich gefallen?

In die beſten, höhnte Archimbald;in die Hände des Bruders! Kennſt Du mich nicht mehr? Hat ſich das Geſicht des Baſtards, den Du aus dieſem Gemach jagteſt, ſo ſehr verändert? iſt Dir die Stimme ſo fremd geworden, die vergebens zu Deinen Füßen um Hülfe, um Barmherzigkeit bettelte? Sieh' dieſe Hände an, wenn Du den Zügen und der Stimme nicht trauſt. Sieh' ihre Narben, und zittre; denn Gott hat Dich in meine Gewali gegeben, Ungeheuer!

Mit einem Geheul der Verzweiflung und der Angſt ver⸗ hüllte ſich Philipp das Geſicht, zerraufte ſich das Haar. Schändlich überliſtet! ſtöhnte er.Hätte ich mir doch eher den Tod gegeben, als in ſeine Macht mich liefern laſſen!

Danke dafür dem Ewigen! verſetzte Archimbald.Durch Reue und Buße vor Deinem Ende, von meiner Hand kannſt Du noch den Himmel erwerben; verloren wäre auf ewig Deine Seele, hätteſt Du Dich ſelbſt gewürgt. Biſt Du denn nicht müde, Miſſethaten auf Miſſethaten zu häufen? Soll ſich ihre Reihe bis über Deines Lebens Ziel hinaus