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vorzulegen, und gab am Ende, wiewohl mit vielem Leid, ihre Einwilligung zu dem Gutachten der Aerzte. Ihr See⸗ lenberather, ein proteſtantiſcher Prädikant, gab den Aus⸗ ſchlag in der Sache, indem er meinte, es ſey beſſer, die Heidin, die ſich ohnedieß nie zur chriſtlichen Lehre hatte be⸗ kennen wollen, in ihr ſündiges Vaterland zurück zu ſenden, als ſie noch länger ungetauft in der Chriſtenheit umher⸗ laufen und ein Schauſpiel des Aergerniſſes geben zu laſſen. Nun war aber die Frage entſtanden, wie das einzelne Mägdlein den weiten Weg zu machen habe? Denn erholt hatte ſie ſich zuſehends, als man ihr die Heimkehr unter ihre Landsleute verkündigt hatte. Da kam plötzlich, wie gerufen, die Nachfrage der Gräfin von Florenges nach einer Dirne, die ſich unterſtehen wolle, eine Reiſe nach Ungarn mit ihr zu machen für große Belohnung. Es hatten ſich nämlich alle ihre Dienerinnen geſträubt, ihr zu folgen. Leila bot ihren Dienſt an und ward angenommen, um die Gräfin bis zu ihrem Kloſter zu begleiten und dann in den Kleidern eines Jünglings die Fahrt nach Ofen weiter fort⸗ zuſetzen. Die männlichen Gewänder legte jedoch die Dirne noch zu Prag an, und die fremde Tracht ſtand ihr reizen⸗
der als die ihres Geſchlechts.“—„Ei, ei, Bruder Ama⸗
deus!“ unterbrach ihn der Mönch ſcherzend.„Wer hätte wohl geglaubt...“
„Ohne Sorge, hochwürdiger Herr!“ fuhr Pinzinger fort.„Ich bin meinem Weibe treuer, als dem Kloſter. Doch weiter im Bericht. Die Folge bewies, daß meine Vorſicht nicht unnütz geweſen war. Auf jenen Grenzen, wo barbariſche Nationen hauſen und die Straßen durch ihre Räubereien unſicher machen, galt es, auf ſeiner Hut zu


