Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 3. Theil (1838) Der Mann und seine Rache
Entstehung
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ſchön und beſtändig, die Reiſe angenehm. Aber die Gräfin weinte immer und konnte ſich nicht zufrieden geben, ſo be⸗ müht ich auch war, ihre Lage zu erleichtern. Indeſſen gebot mir die Klugheit, da ich mich einem von Feinden beſetzten Lande zu nähern hatte, die Fahrt zu beeilen und zu for⸗ dern, ſo gut es anging. Beklagte ſich aber die Gräfin über dieſe unwillkommene Eile, ſo erfreute ſich daran das Herz ihrer Begleiterin. Mit dieſer hatte es überhaupt ein ſeltſames Bewandtniß. Nach allem zu ſchließen, war ſie eine Türkin, aber ſchön wie eine Heilige. Ihr Name war Leila.

Leila? rief Hubert.Wie kam dieſe zu der Frau von Florenges?Auf ſeltſame und dennoch ſehr natür⸗ liche Weiſe! erwiederte Pinzinger.Sie ſtand in den Dien⸗ ſten einer Fürſtin, deren Tochter ſich nach langem Wider⸗ ſtreben endlich an einen Mann verheirathen ließ, der auf das türkiſche Mägdlein früherhin ein Auge gehabt haben ſoll. Weder Braut noch Schwähermutter fanden es für gut, den Zankapfel im Hauſe des jungen Paars zu dulden, und bei der alten Fürſtin hielt es die Dirne nicht aus, die plötzlich von einem heftigen Heimweh befallen wurde; ſie war dem Tode nahe, und die Aerzte meinten, es gebe kein beſſeres Mittel, ſie wieder herzuſtellen, als ihr die Freiheit zu ertheilen, ſammt der Erlaubniß, nach ihrer Wiederher⸗ ſtellung nach Ofen ſich begeben zu dürfen, woſelbſt unter den türkiſchen Befehlshabern dieſer alten Königsſtadt, die leider noch in heidniſchen Banden liegt⸗ das Mägdlein einen Blutsfreund zu finden behauptete. Die Fürſtin, ihre Ge⸗ bieterin, befand ſich dazumal juſt mit ihr zu Prag, um den Heirathsbrief ihrer Prinzeſſin dem Kaiſer zur Unterſchrift