Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 3. Theil (1838) Der Mann und seine Rache
Entstehung
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das ſie mir vielleicht anzuvertrauen wünſchte. Ich gab ihr daher den Segen eines Vaters und verließ die wunderſchöne Frau, in deren Nähe ich Archimbalds Leidenſchaft nachſichti⸗ ger beurtheilte, denn zuvor. Ich glaubte, ſie würde, ihrer Ausſage zufolge, am nächſten Tage reiſen.....

Ganz recht! unterbrach ihn Pinzinger lebhaft;die Markgräfin hatte es ſo befohlen; aber der Krankheit konnte ſie nicht gebieten, welche die Gräfin auf das Siechenbette warf und einige Monate ſie darauf feſthielt. Dieß Gebrechen ſoll, wie man damals ſich insgeheim in die Ohren raunte, die Gräfin um eine Mutterhoffnung gebracht haben. Ein Pfand ihrer und Archimbalds Liebe ſoll daran zu Grunde gegan⸗ gen ſeyn. Ich will nichts beſchwören; indeſſen mußte ſich doch ein bedeutender Zwiſt zwiſchen die Markgräfin und die Frau von Florenges geniſtet haben; denn die Erſtere beſuchte die Letztere kein einziges Mal, ſprach kaum hin und wieder von ihr und beharrte feſtiglich auf ihrem Entſchluſſe, ſie nach ihrer Geneſung in's Kloſter der Reuerinnen brin⸗ gen zu laſſen. Mir brannte die Erde unter den Füßen. Schon längſt hätte ich bei meinem Herrn wieder eintreffen ſollen, der ſich dazumal tief in Ungarn gezogen hatte, allein die Markgräfin hielt mich zurück zu Prag, indem ſie mir allein die Gräfin anvertrauen zu wollen betheuerte, und ſandte in der That einen andern Voten an meiner Statt zum Herrn. Endlich, nach langem Harren und Ge⸗ dulden, kam der erſehnte Tag heran; die Frau von Flo⸗ renges beſtieg mit ihrer Geſellſchafterin die Sänſte, die von Maulthieren getragen wurde; zwei bepackte Saumroſſe folgten. Ich und zwei handfeſte und bewehrte Knechte mach⸗ ten die Bedeckung. Es war Sommers Anfang, das Wetter