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Nicht allein meinen Gemahl wird ſie blenden, ſondern auch
die Welt, deren Gerede unſere jetzige freiwillige und fröh⸗
liche Trennung auf unbeſtimmte Zeit Lügen ſtrafen wird. Endlich werde ich auch ruhig ſeyn durch das Bewußtſeyn, in Euch, mein Prinz, einen vertrauten Fürſprecher bei dem jähzornigen Markgrafen, einen aufmerkſamen Beobachter aller ſeiner Handlungen zu beſitzen; ich enthülle Euch ſchließlich meine geheimſten Gedanken, und ernenne Euch zu meinem Rächer, wenn es ſich beſtätigt, was ein Gerücht uns zu Ohren brachte; wenn jener Baſtard, den wir beide verabſcheuen, noch lebt und eine gewiſſe Stufe unter dem Volke des Generals Baſta behauptet. Der Elende ſoll eine Befehlshaberſtelle erfochten oder erſchmeichelt haben. Sucht ihn auf; ſtoßt ihn nieder, wo Ihr ihn findet, in dem heiligen Umkreiſe des Geſchützes ſelbſt... der Kaiſer wird Euch begnadigen. Schämt Ihr Euch, Euern fürſtlichen Degen mit dem Blute eines Baſtards zu beflecken, ſo laßt ihn niederſchießen; ich verſchaffe Euch und Euern Helfers⸗ helfern vollkommene Freiheit und Amneſtie. Erſcheint aber nicht eher vor meinen Augen wieder, als bis Ihr mir ein
Zeichen ſeines Todes vorzulegen im Stande ſeyd oder den
Verräther auf dem Schlachtfelde den Geiſt aufgeben ge⸗ ſehen habt.“
Die Leidenſchaft hatte auf einen Augenblick über Sibyllens Beſonnenheit triumphirt; das überraſchte Staunen des Prinzen, das ſich kaum dieſe brennende Mordbegierde er⸗ klären konnte, führte ſie jedoch ſchnell in ihre Schranken zurück.„Seht hier, mein junger Held,“ ſchloß ſie mit wohl⸗ wollender Stimme und einem freundlichen Liebesblick:„ſeht hier den Grund, der mich bewog, Euere neue Laufbahn
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