Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 3. Theil (1838) Der Mann und seine Rache
Entstehung
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zu eröffnen, weil der Zufall ſo günſtig die Hände bot. Kämpft Euerer Vorfahren würdig, erringt Euch Ruhm und Ehre, kehrt als mein Ritter und Rächer aus dem Schlachtgetümmel wieder, und erwartet dann von meiner Liebe einen ſüßern Lohn, als Gnadenketten, Lorbeerkronen, ja ſelbſt des Papſtes Stocco und Berettone zu gewähren vermögen.

Die Gaben des heiligen Vaters ſchätzte zwar der Ketzer gering; nach Lorbeerkronen und Ehrenketten ſtand hingegen des Ehrgeizigen Sinn. Höher jedoch achtete er den Minne⸗ ſold aus den Händen der gefährlichen Zauberin, die das Geheimniß entdeckt hatte, den Wüſtling ſeit Jahren in ihren Ketten zu führen. In früherer Zeit entſchloſſen, dem Kriegsglück zu folgen, war ihm Burgau ein Capua ge⸗ worden, in deſſen Wollüſten die Nerven und die Ent⸗ würſe des Jünglings ſich herabgeſpannt hatten, daß nur eine wie der Blitz vom Himmel fallende Gelegenheit ſie wieder mit einem Stoße aufzurütteln vermochte. Durch Sibyllens treuherzig dargelegte Beweggründe bezwungen⸗ fügte ſich der Halsſtarrige in ihren Willen. Die Geliebte geizte nach Ehrenkronen für den Erwählten. Dieß war auch ſein Wunſch. Ihre Rache war ſelbſt die ſeinige. Begierig, mit Archimbald die eigene Rechnung zu ſchlichten, faßte er raſch das Mittel auf, ſeinem Haß und den For⸗ verungen der Liebe genug zu thun. Jedoch eiferſüchtig, wie er war, zog er nicht eher von dannen, als bis er ſeinen treuen Nepomuk als geheimen Hüter und Spion bei der Markgräfin beſtellt hatte. Alsdann erſt ſchied er beruhigter.