Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 3. Theil (1838) Der Mann und seine Rache
Entstehung
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21 zu ſchwarz. Schwärmt nicht mehr,... Ihr werdet ſchon zu alt dazu;lernt von dem Markgrafen die ſchöne rohe Natur, mit welcher man ſich im Leben bewegen muß, und denkt ein wenig auf meine Lage. Unſere Freundſchaft iſt kein Geheimniß mehr für die Welt. Mein Gemahl allein iſt blind, wie es ſich ziemt. Wer ſteht mir aber dafür, daß nicht während ſeiner Abweſenheit ein beſoldetes Späherauge über meine Handlungen wache, und eine an ſich unſchuldige Gunſtbezeugung, die mir vielleicht gegen Euch entſchlüpfen dürfte, in Gift getränkt dem Eheherrn melde? Ich weiß es, wie leicht ein hartes Urtheil von dem Abweſenden gegen die Abweſende geſprochen wird; ich weiß, fügte ſie ſeufzend bei,wie verlaſſen ein ſchwaches Weib da ſteht, ausgeſetzt dem Haß herrſchbegieriger Vaſallen⸗ der Wuth mächtiger Feinde, die vielleicht von ihr verſchmäht wurden; dem grauſamen Eifer eines allzu treuen Dieners endlich, der des Gebieters Wink nach ſeiner Willkühr deutelt, der die Ehre, das Blut ſelbſt ſeiner Fürſtin nicht in Anſchlag bringt gegen ein froſtiges: Ich danke Dir.. des geſtrengen Herrn. Meinem Rufe und meiner Wohl⸗ fahrt war ich's alſo ſchuldig, den Antrag des Markgrafen zu unterſtützen;... laßt mich hinzu fügen: auch meiner Eitelkeit. Ich liebe den Lorbeer des Siegs. Mit doppelter Begeiſterung werde ich den damit Bekränzten aus dem Kriege heimkehren ſehen; gerne alsdann den ſchönen Bund erneuen, dem ſpäter keine Gefahr drohen wird. Bereit⸗ willig, dem Wunſche des Kaiſers und meines Gemahls zu folgen, erwerbt Ihr des erſtern Vertrauen, die Freund⸗ ſchaft des zweiten. Die Freundſchaft trägt aber, gleich dem heidniſchen Lebensgott, eine Binde vor den Augen.