Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 3. Theil (1838) Der Mann und seine Rache
Entstehung
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Ihr hingegen jetzo für den Kaiſer das Schwert, ſo iſt's gut. Werdet Ihr katholiſch obendrein, ſo iſt's noch beſſer.

Bernhard runzelte die Stirne; einige Worte der Mark⸗ gräfin, die gar nicht an ſeiner Bereitwilligkeit zu zweifeln ſchien, beſtimmten ihn endlich, wiewohl gezungen ſein Jawort zu geben. Der Markgraf, der gewöhnt war, das Eiſen zu ſchmieden, ſo lange es glühte, und niemals etwas durch Zaudern verdarb, wie Kaiſer Rudolph, ließ den Prinzen alſo⸗ bald, in Beiſeyn mehrerer adelichen Zeugen, den öſterreichiſchen Fahnen Treue ſchwören und ſich alsdann zu Bette bringen, um den Weintaumel zu verſchlafen. Bernhard blieb bei der Markgräfin im Saale zurück. Sie waren allein, und der Prinz durfte ohne Scheu ſeinem heimlichen Unmuthd Worte leihen.Kömmt mir's doch beinahe vor, ſprach er mit froſtigem Lächeln,als ob Ihr meine Entfernung wünſchet, edle Frau, ſo gar angelegen unterſtütztet Ihr das Begehren Euers Gemahls, deſſen Wünſche doch in der Regel nie mit den Eurigen übereinſtimmen.

Und wenn es alſo wäre? fragte Sibylle kalt und einſylbig.

Bernhard ſtutzte betroffen.So hätte ich alſo Recht? begann er nach einer Weile.Wenn Ihr mich Euerer Un⸗ gnade würdig hieltet, ſo wundere ich mich, daß Ihr den Strafbaren nicht auf kürzerem Wege entfernt habt. Auch ſuche ich vergebens nach der Urſache dieſer Verbannung, die mich in Todesgefahren ſchickt. Zum Mindeſten aber werdet Ihr den Gehorſam Euers Knechts beloben müſſen, der im Sterben noch ſeine Mörderin ſegnen wird.

Nicht doch! verſetzte Sibylle, ein verächtliches Lächeln kaum zurückhaltend.Ihr malt das Bild zu dunkel und